Macht ihr richtig Pause bei der Arbeit? Oder schlürft ihr nur schnell Kaffee zwischendurch - direkt am Rechner? Die Schweden machen so richtig Pause. Die heilige Fika macht glücklich und produktiv. Denn ihr kommt mal so richtig raus aus dem Hamsterrad - und das tut gut.

Um 10 Uhr heißt es in fast ganz Schweden Pause machen. Dann ist Fika. Eine gemeinsame Kaffeepause - Tee, Wasser oder Saft sind auch ok. Die dauert nicht nur zehn Minuten, sondern mindestens eine halbe Stunde. Dann wird wieder gearbeitet. Es folgt die Mittagspause und später um 15 Uhr noch eine Fika. Das Beste ist: Die Fikas sind Teil der Arbeitszeit. Was machen wir in Deutschland eigentlich falsch?

"Die Fika sieht zwar aus, als ob die Schweden keine Lust zum Arbeiten haben. Aber die Fika macht die Arbeit produktiver."
Unser Schweden-Korrespondent Carsten Schmiester ist Fika-Fan

"Bei der Fika geht es um das Plauschen. Um eine Auszeit auf informeller Ebene", sagt unser Schweden-Korrespondent Carsten Schmiester. Bei der Schwedenpause setzen sich alle zusammen. Die Hierarchie, die in Skandinavien ohnehin sehr viel flacher ist als bei uns, wird während der Fika außer Kraft gesetzt. Über die Arbeit wird indirekt geredet. Man tauscht sich aus, was wer gerade macht. So bekommt man auch eine Ahnung, was in anderen Abteilungen, Redaktionen und so weiter vor sich geht. Aber alles bleibt informell und im Plauderton.

"Die Fika senkt den Stress, auch den sozialen. Denn alle Hierarchie-Ebenen hocken zusammen und tauschen sich aus."
Unser Schweden-Korrespondent Carsten Schmiester ist Fika-Fan

Bei der Fika können auch neue Ideen entstehen. Man sammelt Input. "Wenn es wieder an die Arbeit geht, geht das mit sehr viel mehr Power", sagt Carsten. Das Durchziehen ohne Pause, wie es die Deutschen gerne machen, ist nicht produktiver. Carsten jedenfalls hat sich mit der Fika schnell angefreundet. "Sich einmal aus dem Hamsterrad herauszubewegen, tut gut. Ich habe dann auch kein schlechtes Gewissen. Denn ich weiß, es tut mir gut und dem Job auch."