Seit einem Jahr dokumentiert die Breitbandmessungs-App die Qualität von Mobilfunknetzen. Nun liegen erste Ergebnisse als Karte vor.

Bei der Netzabdeckung und der Geschwindigkeit steht Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern relativ schlecht da. Seit kurzem dokumentiert eine Karte der Bundesnetzagentur das Problem. Dort kann man sehen, welches Netz an welchem Ort verfügbar ist. Funklöcher sieht man dort auch. Als Alternative lassen sich direkt auch Adressen eingeben und Daten für eine bestimmte Region herausfinden.

Die Daten erhebt die Breitbandmessungs-App der Bundesnetzagentur, auch Funkloch-App genannt. Diese App hatte das Verkehrsministerium 2018 präsentiert. Die Karte wird laufend aktualisiert. Jede Woche werden neue Daten eingespeist.

Karte aus Userdaten

Damit kann man am eigenen Standort messen, wie schnell dort die Datenübertragung funktioniert. Diese Daten werden gespeichert und auf der Karte visualisiert. Ungefähr 190.000 Leute haben sich die App seit Start installiert und Daten von knapp 160 Millionen Messpunkten übermittelt.

"Ich bin bei O2 und konnte jetzt mal schauen, ob das Netz in meinem Heimatdorf auch bei anderen Leuten so löchrig ist wie bei mir."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Nutzerinnen und Nutzer können abgleichen, ob das Problem beim Betreiber liegen könnte. Bei der Karte kann man Filter auswählen, sich beispielsweise nur die Daten eines bestimmten Anbieters anzeigen lassen.

Grenzregionen sind unterversorgt

Ländliche Gebiete sind tendenziell schwächer versorgt. Besonders schlecht sieht es in der Uckermark aus und im Gebiet um die Mecklenburgische Seenplatte. Dort hat die Versorgung häufig 2G-Qualität oder deutliche Lücken. Auch in der Nähe der polnischen Grenze ist die Versorgung eher schlecht, in der Eifel tendenziell auch.

"Wenn man es zusammenfassen soll es sind halt einfach doch die ländlichen Gebiete, wo es schlecht aussieht."
Ilka Knigge, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Mobilfunkanbieter haben bei der 5G-Auktion dieses Jahr die Lizenzen für die Mobilfunkfrequenzen von der Bundesnetzagentur ersteigert, die an Bedingungen geknüpft sind. Es wurde beispielsweise festgelegt, dass Anbieter Schienenwege und Landstraßen mit schnellem mobilem Netz versorgen müssen. Das Verkehrsministerium hat inzwischen angekündigt, eine eigene Mobilfunkgesellschaft zu gründen. Diese soll – an für die Netzbetreiber unattraktiven Orten – eigene Masten aufzustellen.