So langsam schreitet auch im Gesundheitswesen die Digitalisierung voran. Aktuell wird eine App entwickelt, die Wartezeiten anzeigen soll. Bis die fertig ist, dauert es aber noch was.

Da haben wir endlich, endlich einen Termin bei der Ärztin oder dem Arzt unseres Vertrauens ergattert - und dann sitzen wir trotzdem noch stundenlang im Wartezimmer bis wir endlich an der Reihe sind. Das muss doch auch irgendwie anders gehen. Denn die Zeit, die wir warten, könnten wir ja auch für andere Dinge nutzen. Und da soll jetzt eine App helfen, die zwar die Wartezeiten nicht verkürzt, uns aber immerhin anzeigt, wie lange wir noch warten müssen.

An der Entwicklung dieser App sind die Technische Hochschule Mittelhessen und eine Krankenkasse beteiligt, sowie das hessische Sozialministerium. Die Idee ist, dass diese App anzeigt, wie lange wir noch warten müssen. Das passiert nicht minutengenau, aber es ist durchaus schon mal gut, zu wissen, ob die Wartezeit jetzt eher 15 Minuten oder eineinhalb Stunden beträgt. Eigentlich war geplant, dass die App längst fertig ist, aktuell verzögert sich das aber.

Politik verzögert Fertigstellung

Der Grund für die Verzögerung sind allerdings nicht technische Probleme, sondern politische. Denn die Programmierung selbst ist relativ einfach. Auch das im Gesundheitswesen sehr sensible Thema Datenschutz wurde gleich mehrfach gecheckt. So darf zum Beispiel die Wartezeit nicht personalisiert, das heißt nicht einem bestimmten Klarnamen zugeordnet werden. Das muss anonymisiert sein. Nein, das Problem ist, dass Anfang Januar die Partei gewechselt hat, die das zuständige Ministerium führt.

Ein weiterer Faktor, der das Ausrollen der App verzögert: die Ärzte selbst. Denn eine solche Wartezimmer-App wurde bereits 2013 schon mal entwickelt. Wirklich im Einsatz war sie aber nicht. Denn während die Patienten und Patientinnen nervös mit den Fingern trommeln, arbeiten Ärzte einfach das volle Wartezimmer ab. Für die entstehen also keine Wartezeiten. Und so lange das Wartezimmer voll ist, wird eben gearbeitet. Von daher hat Netzreporter Konstantin Köhler nur wenig Hoffnung, dass sich da im Bereich Wartezeiten-Optimierung so schnell etwas tut: