Die Digitalisierung verändert nicht nur unser Alltagsverhalten: Nie mehr das Haus verlassen, ohne Smartphone - um ein Beispiel zu nennen. Zugleich wird das Hirn anders geprägt. Dadurch verändert sich auch unsere Art, zu lernen. Das ist nicht nur schlecht.

Menschen mit Smartphone, Tablet, Notebook fokussieren sich nicht nur auf eine Sache, sondern nutzen abwechselnd oder auch parallel verschiedene Oberflächen. Das Hirn gewöhnt sich so daran, hin und her zu zappen. Der "Homo Zappiens" ist geboren. Er kann schnell von einer Reizquelle zur anderen zappen, sagt Thomas Schutz.

Der Trend geht zum "second screen"

Er ist Biologe und unterrichtet Lern- und Schlüsselkompetenzen an der Hochschule München. Außerdem ist er Mitautor des Buches "Smartphone geht vor".

Der zappende Mensch benutzt verschiedene Medien gleichzeitig, die Rede ist auch vom "second screen". Hat man gelernt mit verschiedenen Reizen umzugehen, dann werden zum Beispiel Vorlesungen an der Uni schnell langweilig. Vor allem wenn die Lehrkraft allein auf das Reden setzt. Für den Homo Zappiens ist das zu wenig Reiz.

"Diffuse Aufmerksamkeit ist auch wichtig."
Thomas Schutz, Biologe und Lerntherapeut

Traditionelles Lernen gründete sich bislang vor allem darauf, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Eben keinen "second screen" zu haben. Um etwas Neues zu lernen, ist es durchaus wichtig, sich zu fokussieren, sagt Thomas Schutz. Wichtig sei aber auch, offenzubleiben für Reize, die man noch nicht kennt. Ein zu enger Fokus kann das leicht verhindern.