DIY-Kosmetik liegt im Trend. Bei selbstgemischten Deos oder Cremes sind wir uns sicher, dass weder Mikroplastik noch Chemie enthalten sind. Außerdem vermeiden wir so Verpackungsmüll. Worauf wir bei der Herstellung achten sollten, weiß die Hautärztin Yael Adler.

Die Hautärztin Yael Adler sagt, Cremes, Deos oder auch andere Produkte lassen sich gut selber herstellen, allerdings sollten wir dabei besonders auf die Hygiene achten. Denn wenn wir selber Mischungen herstellen, dann nutzen wir in der Regel keine starken Konservierungsmittel. Das heißt, die Produkte, die wir selber mischen, sind weniger lange haltbar.

"Ganz wichtig ist, dass man auf die Hygiene achtet."
Yael Adler, Hautärztin

Zunächst sollten wir alle Utensilien – also Gefäße, Löffel, Spatel – auskochen oder zumindest mit heißem Wasser abspülen. Für die Reinigung können wir auch 70-prozentigen Isopropylalkohol verwenden, damit alle Keime getötet werden und wir unsere Mixtur nicht verderben.

Kosmetik mit hohem Wasseranteil verfällt schnell

Je höher der Wasseranteil in einer Creme, desto geringer ihre Haltbarkeit, warnt die Hautärztin. Eine wässrige Creme hält meist nur ein paar Wochen, maximal bis zu sechs Monaten. Fettige, also wasserfreie Produkte, können bis zu einem Jahr angewendet werden. "Sheabutter, kann sogar angeblich bis zu vier Jahre halten, wobei sie dann schon eher verranzt und muffig riecht", sagt Yael Adler. Spätestens dann sollten wir sie entsorgen.

Ihr Tipp: Nur kleine Mengen herstellen oder größere Mengen auf kleine Gläser verteilen und verschenken. Außerdem ist es besser, Mischungen, die viel Wasser enthalten eher im Kühlschrank aufzubewahren, weil Kälte die Keimvermehrung vermindert, sagt die Hautärztin.

Yael Adler, Hautärztin
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Die Hautärztin und Autorin Yael Adler

Bei der Hautpflege rät die Hautärztin von reinen Ölen ab. "Auch wenn die oft beworben werden oder es hartgesottene Fans gibt. Öle, die flüssig sind, egal, wie hochwertig sie sind, verbinden sich mit unseren Oberhautfetten der Epidermis. Wenn dieses Öl auf der Haut hin- und hergeschoben wird, werden dadurch die körpereigenen Schutzfette ausgewaschen." Austrocknungserscheinungen sind die Folge.

"Öl ist nicht zur Pflege trockener Haut geeignet."
Yael Adler, Hautärztin

Allerdings lassen sich reine Öle in eine Salbengrundlage einmischen – zum Beispiel in Verbindung mit Kakaobutter oder mit Sheabutter oder auch mit Kokosöl. "Hauptsache, es ist nicht flüssig. Und dann können die Fettsäuren, die ja wertvoll sind, wirken, ohne dass man diesen starken Auswascheffekt hat." Öl hingegen ist ein gutes Mittel, um Wimperntusche oder Schuppen zu entfernen.

"Peeling braucht man bei einer gesunden Haut nicht. Trotzdem ist es sehr beliebt. Wenn man das nicht zu häufig macht, ist das auch total okay."
Yael Adler, Hautärztin

Yael Adler sagt, dass unsere Haut eigentlich kein Peeling braucht, allerdings weiß sie auch, dass es bei vielen sehr beliebt ist und empfiehlt, dafür Salz zu nehmen: "Krümeliges Meersalz in Honig – und das dann auf die Haut reiben. Da hinterlässt natürlich der Honig so ein geschmeidiges Hautgefühl. Das ist ja auch antibakteriell, weil es wahnsinnig süß ist." Die Salzkrümel können dann Hornschüppchen und kleine, verstopfte Poren befreien. Auf frisch rasierten Beinen kann diese Mischung allerdings ziemlich brennen.

Eine Alternative ist Kaffeepulver – im Prinzip funktionieren viele Naturprodukte, die krümelig sind, um damit die Haut abzurubbeln. Yael Adler empfiehlt solche natürlichen Substanzen, weil sie keine Allergene auf die Haut bringen. Rubbeln wir die Hautbarriere ab, ist die Haut empfänglicher für Allergene. Auf die Haut dann Duft- und Konservierungsstoffe, Emulgatoren und sonstigen Chemikalien aufzubringen, kann Reaktionen hervorrufen - wie zum Beispiel eine Kontaktallergie, sagt Yael Adler.

Das Ideale Naturfett ist Sheabutter

Yael Adler ist ein großer Fan von Sheabutter, weil dieses Fett die Haut nicht nur repariert, sondern auch noch einen schützenden Film bildet. Andere Fette, die sich für DiY-Kosmetik anbieten:

  • Bienenwachs
  • Kakaobutter
  • Kokosöl (bedingt)

Deo-Rezepte

Viele Rezepte für selbstgemachte Deodorants enthalten Natron. Die Hautärztin hält Natron aber für nicht optimal, denn unsere Haut hat einen natürlichen Säureschutzmantel, einen sauren pH-Wert. Natron ist hingegen alkalisch und schwächt den Säureschutzmantel. Weil es aber auch schweißzersetzende Bakterien und Geruchsstoffe abtötet, erfülle es in Deos eine Funktion. Die könnte aber auch mit Essigwasser oder mit natürlichen seifenfreien Tensiden, Waschsubstanzen, in denen Zucker oder Kokostenside enthalten sind, erreicht werden, rät Yael Adler.