Das klingt nach purer Science-Fiction: Ein Gentechniker will einen Drucker auf dem Mars platzieren und dort Lebensformen ausdrucken. Hä, was?

Was nach einem absurden Trashfilm klingt, hat einen sehr realen Hintergrund. Craig Venter ist Biochemiker und einer der Pioniere der modernen Gentechnik. Er kann menschliches Erbgut herstellen und hat das komplette menschliche Genom entziffert. Mit seiner Firma Synthetic Genomics Inc. hat er nun einen DNA-Drucker entwickelt. Im Prinzip dasselbe wie ein 3-D-Drucker, nur eben für künstliche Organismen.

"Craig Venter ist ein Mann für die ganz ganz großen Ideen. Er träumt schon lange davon, den Mars mit künstlichen Organismen zu kolonisieren."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Sein Traum ist es nun, seinen DNA-Drucker auf den Mars zu schaffen und dort via Biologischer Teleportation künstliche Organismen herzustellen. Auf diese Weise will er zum Beispiel Bakterien auf den Mars bringen. Umgekehrt will er auch eine Gensequenzierungsmaschine auf dem Mars platzieren, die den genetischen Code der dortigen Fast-Lebensformen einsammeln und als Bio-Teleporter zu uns auf die Erde schicken kann. Er könnte dann hier in einem Hochsicherheitslabor diese fremden Lebensformen rekonstruieren.

Der DNA-Drucker kann Viren ausdrucken

Das sind die fantastischen Pläne von Craig Venter. Er ist ihnen auch ein kleines Stückchen näher gekommen: Seiner Firma ist es gelungen, eine Maschine zu bauen, um Viren auszudrucken. Der DNA-Drucker funktioniert also schon. Die Maschine nennt sich digital-to-biological converter, ist groß wie ein Fiat 500 und wurde im Fachmagazin Nature Biotechnology vorgestellt.

Autonom hergestellte DNA

Der Rest ist Chemieunterricht: Aus den Basen Guanin, Thymin, Cytosin und Adenin stellt der Drucker künstliche DNA her. "DNA künstlich im Labor herzustellen ist an sich nichts Außergewöhnliches", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Martina Schulte. "Aber dass dieser Drucker das völlig autonom tut, das ist das Spektakuläre."

"Noch macht der digital-to-biological converter zu viele Fehler, um ihn sicher zu betreiben. Denn es kommt beim Ausdrucken ab und zu zu zufälligen Mutationen."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Nun muss der Drucker nicht ausschließlich dafür genutzt werden, den Mars zu kolonisieren und uns irgendwelche Mars-DNA auf die Erde zu holen; es gibt auch ganz irdische Anwendungsbereiche. 

Ein Beispiel: Mal angenommen in Afrika bricht eine Ebola-Epidemie aus und ein Labor in den USA hat die genetischen Instruktionen zum Bau eines Antikörpers entdeckt. Dann könnte man diese Infos in Zukunft über die Datenleitung nach Afrika schicken und das Gegenmittel ausdrucken. Medizin aus dem Drucker also.