Vor zehn Jahren hat Filmemacher Werner Boote seinen Film "Plastic Planet" veröffentlicht, seitdem ist viel passiert: Babyschnuller, die Bisphenol A enthalten wurden verboten, und Werner Boote hat inzwischen weniger Plastik in seinem Blutplasma, weil er Plastik vermeidet, wo es nur geht.

Werner Boote hat ein etwas gespaltenes Verhältnis zu Plastik: Besonders sein Großvater – aber auch ein großer Teil seiner Familie – arbeitete in der Plastikindustrie. Außerdem hat ihm das Thema Plastik eine gute Karriere beschert: Vor neun Jahren kam sein Dokumentarfilm "Plastic Planet" heraus. Der Film zählt zu den erfolgreichsten 100 Dokumentarfilmen aller Zeiten weltweit. Die Aufmerksamkeit, die der Film vor zehn Jahren erhalten hat, hat Werner Boote viele Türen geöffnet, um weitere Filme zu drehen.

"Plastik vermeiden, finde ich ein schlechtes Wort, ich verweigere Plastik soweit es geht."
Werner Boote, Dokumentarfilmer

Obwohl seine Auseinandersetzung mit Plastik sein Leben zum Positiven verändert hat, versucht Werner Boote, den Kunststoff soweit es geht, aus seinem Alltag herauszuhalten. Denn er weiß, wie riskant es sein kann, Plastik zu berühren, daran zu riechen oder es über die Lebensmittel einzunehmen. Das Wort "vermeiden" ist für den Dokumentarfilmer zu kurz gegriffen. Er verweigert Plastik, wo er nur kann. 100 Prozent plastikfrei ist er allerdings nicht – er sagt, dass es für ihn als Filmemacher schwer ist, komplett darauf zu verzichten.

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Für seinen Film "Plastik Planet" hat der Regisseur sein Blutplasma auf Plastik testen lassen. Jetzt, nach zehn Jahren hat er diesen Test wiederholt. Über das Ergebnis ist er glücklich: Sein Blutplasma enthält jetzt viel weniger Plastik als noch vor einem Jahrzehnt.

Nachdem er den Film abgedreht hatte, hat Werner Boote seine Gewohnheiten verändert. Ein Tipp des Dokumentarfilmers: Leitungswasser trinken, statt Getränke in Plastikflaschen zu kaufen. In Europa ist das kein Problem, weil das Leitungswasser an den meisten Orten genießbar ist, sagt Werner Boote. Wer keine Getränke in Plastikflaschen kauft, schützt nicht nur die eigene Gesundheit und die Umwelt – er spart auch viel Geld damit.

"Im Film 'Plastic Planet' sieht man, dass ich mein Blutplasma habe untersuchen lassen. Dabei ist herausgekommen, dass ich wahnsinnig viel Plastik in meinem Blutplasma habe. Erst vor Kurzem habe ich wieder einen Test gemacht und der hat gezeigt, dass ich über die Zeit sehr viel Plastik aus meinem Blut herausbekommen habe."
Werner Boote, Dokumentarfilmer

Neben dem, was wir selbst tun können, sei es auch wichtig, öffentlich auf das Thema aufmerksam zu machen, damit sich Gesetze langfristig ändern. So hofft der Filmemacher darauf, dass Mikroplastik in Kosmetika verboten wird.