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Als erstes Land der Welt hat Uruguay Cannabis legalisiert. Mit dem Anbau solle schon bald begonnen werden, hat Präsident José Mujica angekündigt. Etwa in einem Jahr soll das Gras dann verkauft werden.

Das Marihuana soll auf einem Militärgelände angebaut werden. Dieses sei besonders gut dafür geeignet, weil es für Diebe nicht so gut erreichbar ist, hat Uruguays Verteidigungsminister gesagt. Angebaut werden soll das Gras von einer privaten Firma - selbstverständlich überwacht vom Staat.

Produktion nur für den Eigenbedarf

Gepflanzt wird auf einer Fläche von etwa 14 Fußballfeldern - das müsste reichen, um den "Heimbedarf" Uruguays zu decken, haben Berechnungen ergeben. Das Gras soll nicht in andere Länder verkauft werden. Aus diesem Grund werden geklonte Pflanzen angebaut, hat der Präsident verkündet.

"Geklonte Pflanzen haben alle den gleichen genetischen Code und können wiedererkannt werden."
José Mujica, Präsident von Uruguay

Der Cannabis-Anbau geht auf ein Gesetz zurück, das Uruguays Regierung 2013 verabschiedet hat. Von den 3,2 Millionen Uruguayern konsumieren nach Angaben des Nationalen Drogenrates 120.000 regelmäßig Cannabis, jeder Sechste davon täglich. Der Umgang mit Gras ist in dem südamerikanischen Land sehr locker - zumindest wenn man Alvaro aus Montevideo glaubt:

"Es gibt gegenüber Marihuana eine Akzeptanz in der Gesellschaft, eine Toleranz. Man raucht hier Marihuana, wo man will und niemand sagt irgendwas. Heute kiffen auch Familienväter, Ingenieure, Architekten oder Lehrer."
Alvaro aus Montevideo

Tja, vielleicht sollte man dazu sagen, dass Alvaro auch selbst Gras anbaut. Vielleicht ist er daher mit seiner Einschätzung nicht ganz unvoreingenommen.