In den Niederlanden hat der erste Lachgas-Laden eröffnet und Dänemark diskutiert aktuell darüber, den Verkauf von Lachgas zu regulieren. Denn: Lachgas ist gefährlich. Nicht nur, weil es legal zu kaufen ist.

In deutschen Großstädten haben mindestens 12 Prozent der Jugendlichen einmal Lachgas als Partydroge ausprobiert – das ist ungefähr jeder Zehnte, berichtet das Centre For Drug Research der Universität Frankfurt 2018 in einer Studie.

Traditionelles Narkosemittel

Als Narkosemittel benutzen Mediziner Lachgas schon seit 210 Jahren. Weil es schmerzstillend wirkt, kombinieren Anästhesisten das Gas bei Vollnarkosen mit anderen Medikamenten. Allerdings wird auch dieser Einsatz in Europa und den USA weniger.

Kurzer Kick mit schlimmen Folgen

Als Partydroge wird hingegen das pure Lachgas aus Gaskartuschen inhaliert. Denn: Lachgas wirkt für wenige Sekunden bis maximal eine Minute enthemmend und euphorisierend. Deshalb sei es als Partydroge wahrscheinlich auch so beliebt, meint Rolf Rossaint, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

"Der Kick hält Sekunden bis maximal eine Minute an."
Rolf Rossaint, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Zudem ist Lachgas einfach zu bekommen. Die Kartuschen von Sahnesprühdosen sind ein beliebter Weg, das Gas zu erhalten. Rolf Rossaint warnt vor den Nebenwirkungen der Partydroge.

In den meisten Fällen führe eine direkte Einnahme über die Gaskartusche dazu, die Lippen erst einzufrieren und das Gewebe an dieser Stelle zu zerstören, weil das Gas ganz kalt aus der Kartusche kommt. Viele benutzen daher einen Luftballon, um das Lachgas umzufüllen.

"Der Sauerstoffmangel ist extrem gefährlich. Das kann zu Lähmungserscheinungen, langanhaltenden Konzentrationsschwächen und dem Verlust des Bewusstseins führen. "
Rolf Rossaint, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Es kann zu einem Sauerstoffmangel kommen, sagt Rolf Rossaint. Der sei extrem gefährlich: Lähmungserscheinungen, langanhaltenden Konzentrationsschwächen und der Verlust des Bewusstseins sind unter anderem Folgen davon. Durch die regelmäßige Einnahme von Lachgas sei vor allem aber eine psychische Abhängigkeit ein generelles Problem.

In Kombination mit Alkohol führt Lachgas zu Übelkeit und Erbrechen. Bei einer gleichzeitigen Einnahme von Cannabis kommt es zu schweren Blutdruckabfällen, was wiederum zu Organschäden führen kann. Generell gilt: Mischkonsum verstärke die Nebenwirkungen umso mehr, sagt Rolf Rossaint.