Erwachsene brauchen etwa sieben bis neun Stunden Schlaf. Allerdings kann es im Herbst und Winter manchmal auch ein bisschen mehr sein, erklärt die Schlafforscherin Christine Blume.

Die Schlafforscherin Christine Blume sagt, das unser Schlafbedürfnis im Winter durchaus etwas höher sein kann als in der hellen Jahreszeit. Wir sollten darauf achten, ausreichend zu schlafen. "Da muss man dann vielleicht einfach mal eine halbe Stunde mehr einplanen", sagt sie. Heißt: Entweder früher ins Bett oder morgens den Wecker eine halbe Stunde später klingeln lassen.

Wenn wir uns jedoch ständig müde und abgeschlagen fühlen, obwohl wir eigentlich genug und gut schlafen, dann sollten wir vielleicht mal bei der Hausärztin vorbeischauen und eine körperliche Ursache ausschließen lassen, rät die Chronobiologin.

"Schlaf ist einfach was ganz Individuelles, und was für dich gut ist, das muss für mich nicht automatisch auch gut sein."
Christine Blume, Schlafforscherin

Christine Blume rät, auf den eigenen Körper zu hören: "Das Ziel sollte wirklich sein, dass man sich morgens beim Aufstehen ausgeruht fühlt."

Studien bestätigen höheren Schlafbedarf

Aus wissenschaftlicher Perspektive gebe es durchaus Grund zur Annahme, dass wir in der dunkleren Jahreszeit ein höheres Schlafbedürfnis haben könnten. Denn es gibt verschiedene Studien, die herausgefunden haben, dass Menschen in den Wintermonaten länger schlafen und auch die innere biologische Nacht länger dauert. "Das liegt daran, dass die Tage kürzer sind und die tägliche Dosis Tageslicht geringer ausfällt", sagt die Schlafforscherin.

"Je mehr Zeit wir in geschlossenen Räumen und bei künstlichem Licht verbringen, desto geringer fallen diese Effekte aus."
Christine Blume, Schlafforscherin

Die deutlichsten Unterschiede zwischen Sommer und Winter finden sich in Studien, in denen die Teilnehmenden unter freiem Himmel und ohne künstliches Licht lebten. Zum Beispiel, weil die Forschenden sie für eine Woche zum Campen in die Berge geschickt hatten. Auch bei solchen Versuchen schlafen die Teilnehmenden im Winter fast eine Stunde länger als im Sommer. "Das heißt die Lichtumgebung am Tag und auch am Abend sowie die Tageslänge spielen eine wichtige Rolle für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus", erklärt Blume. Da die meisten Menschen sich jedoch eher in geschlossenen Räumen mit künstlichem Licht aufhalten, würden diese Effekte meist nicht so stark ausfallen.

Viel Licht hilft

Um auch in der dunklen Jahreszeit morgens richtig wach zu werden, empfiehlt Christine Blume viel Licht anzuschalten, eventuell sogar Tageslichtlampen: "Das hilft nicht nur gegen die Müdigkeit am Morgen, sondern kann auch die Stimmung verbessern. Und so so einem Winterblues – den manche erleben – vorbeugen."

  • Moderatorin:  Ilka Knigge
  • Gesprächspartnerin:  Christine Blume, Schlafforscherin am Zentrum für Chronobiologie der Universität Basel