Das elektrische Foilboard ist ein neuer Trend im Wassersport. Unter dem Board sorgt ein Mast mit Tragflächen dafür, dass das Surfbrett sozusagen über der Wasseroberfläche gleitet.

Das Foilboard funktioniert mit einer Batterie und einer Fernbedienung. Unter einer Art Surfbrett befindet sich – anstelle einer Finne, das ist die Lenkflosse beim Board – ein Hydrofoil. Es besteht aus einem kleinen Mast und zwei unterschiedlich großen Tragflügeln, die durch einen Rumpf miteinander verbunden sind.

Die Tragflügel sind unter Wasser. "Man kann sich das ein bisschen wie Flugzeug-Flügel vorstellen – nur dass die nicht durch die Luft, sondern durchs Wasser gleiten", erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein. Wenn das Brett Geschwindigkeit aufnimmt, dann entsteht durch das Hydrofoil ein Hebeleffekt und das Brett hebt von der Wasserfläche ab.

"Ich glaube zwar, dass es ziemlich viel Spaß macht – das Ganze hat in meinen Augen, aber mit Surfen ziemlich wenig zu tun."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

Wenn das Brett Geschwindigkeit aufnimmt, entsteht durch das Hydrofoil ein Hebeeffekt und das Brett hebt von der Wasserfläche ab. Die Geschwindigkeit entsteht durch einen Motor im Board und kann über eine Fernbedienung geregelt werden. Bis zu 50 Kmh kann so ein E-Foil fahren.

Finn Hildebrand arbeitet bei Hydrofil. Das Unternehmen bietet E-Foil-Kurse auf dem Müggelsee und in Binz an. Er sagt, er genieße vor allem das Freiheitsgefühl, wenn er auf dem E-Foil stehe. "Man schwebt quasi übers Wasser und kann dann anfangen zu spielen und sich magisch auf dem Wasser bewegen. Und das Ganze kann man zu jeder Tageszeit machen, wann immer man möchte, weil man nicht auf Wind oder Wellen angewiesen ist."

E-Foil: Ohne Wind oder Wellen

Es ist auch möglich, mit dem E-Foil auf Wellen zu surfen. Dafür wird der Motor ausgeschaltet und dann die Welle abgefahren. "Dann machst du den Motor wieder an und fährst zurück", sagt Rahel Klein.

"Das ist der riesige Vorteil: Du kannst Wellen easy abreiten, kannst aber auch ohne Wellen oder Wind aufs Meer oder den See, kannst schnelle, enge Kurven fahren oder schön entspannt cruisen – ähnlich wie mit dem Snowboard im Tiefschnee."

Coach Rüdiger Pusch springt von einem eFoil, einem elektrisch betriebenen Surfbrett. Auf dem Störmthaler See südlich von Leipzig kann man dieses neue Trendsportgerät ausprobieren. Das 1,60 Meter lange Board mit einer großen Finne auf der Unterseite hebt sich durch den Tragflügel ab einer bestimmten Geschwindigkeit bis zu 80 Zentimeter aus dem Wasser.
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Coach Rüdiger Pusch springt von einem E-Foil. Auf dem Störmthaler See südlich von Leipzig kann man das Sportgerät ausprobieren.

Rahel sagt, dass ein gewisser Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit helfen, um das E-Foilen zu lernen. Insgesamt müsse man aber körperlich nicht überdurchschnittlich fit sein – in etwa wie beim Wellenreiten.

"So ein E-Foil gilt als Wasserkleinfahrzeug und ist auch kennzeichnungspflichtig. Da gilt: Segel vor Muskel, vor Motorkraft. Du musst mit dem E-Foil allen ausweichen."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

Angie, eine Freundin von Rahel, lebt als Surflehrerin auf Fuerteventura. Sie sieht das E-Foilen eher kritisch. Sie findet den Sport unnötig: "Denn du machst einen Natursport, du gehst raus ins Meer, nutzt die Energie vom Wasser und dann ballerst du einen Motor dran. Das heißt, die ganze Verbindung zum Meer, die du hast, ist weg."

"E-Foiling ist ganz sicher ein richtig witziger Wassersport – aber die Idee vom Surfen macht es irgendwie kaputt. Und nachhaltig ist es mit Blick auf die Batterien auch nicht."
Rahel Klein, Deutschlandfunk Nova

Micha, ein passionierter Surfer und Surfcoach, ist ebenfalls nicht wirklich überzeugt vom E-Foilen: "Ich kann verstehen, wenn man so was auf Seen nutzt, oder an Orten, wo es keinen Wind und keine Wellen gibt. Nichtsdestotrotz empfinde ich das als eine sehr große Geldverschwendung und eine Reichensportart, denn die Dinger sind ja auch teuer."

Ein E-Foil kostet mehr als 10.000 Euro – also etwa 20-mal mehr als ein normales Surfboard. Für einen Kurs kommen dann noch einmal 200 bis 300 Euro dazu. "Das ist also auch eine ganz klare Geldfrage", sagt Rahel.