Nachhaltig Leben heißt nachhaltig Bauen. In Baden-Württemberg entsteht ein "Earthship". Ein Haus, das sich komplett selbst versorgt: Mit Wärme, Strom, Wasser und Essen.

Roman Huber ist Bauherr. Sein Traumhaus ist allerdings keine Doppelhaushälfte, sondern ein "Earthship": Ein Haus, das sich komplett selbst versorgt und das er zusammen mit freiwilligen Helfern baut. Wärme, Strom, Wasser, Essen wird hier selbst erzeugt - ein integriertes Gewächshaus dient beispielsweise als Nahrungsspender. Ein wenig erinnert die Grundidee an die absolute Selbstversorgung auf einem Raumschiff. Daher kommt auch der Name "Earthship".

Die Earthship-Idee stammt vom amerikanischen Architekten Michael Reynolds: In den 70er Jahren begann er seine Vorstellung vom nachhaltigen Bauen und Leben umzusetzen. Eine ganze Siedlung von Earthships gründete er beispielsweise in New Mexiko. Vom Stil her könnte man die Gebäude als eine Mischung aus futuristischem Gewächshaus, Hobbit-Haus und Gaudi-Kunstwerk beschreiben. Mehr als 2000 dieser Häuser gibt es bereits weltweit.

Bauvorschriften und Ideen

Das Earthship, das Roman Huber mit einer Initiative im Baden-Württembergischen Tempelhof baut, wird das erste in Deutschland sein. Nicht alles, was in anderen Ländern umgesetzt wurde, konnte das Tempelhofer-Team realisieren. "Aufgrund deutscher Bauvorschriften und anderen Bestimmungen", sagt der Bauherr. So setzen die Earthships auf den Einsatz von recycelten Materialien.

Was in Deutschland nicht ging: Reifen als Baumaterial zu verwenden. Oder Regenwasser als Trinkwasser zu nutzen. Auf den typischen Look aus buntem Glas müssen die Tempelhofer aber nicht verzichten. Unzählige Glasflaschen hatten die Earthship-Mitarbeiter in Bars und Restaurants gesammelt.

"Was da entsteht, ist neben dem Bauwerk auch eine soziale Struktur. Da werden Leute zu einer Gemeinschaft."
Roman Huber, Bauherr des Earthships in Tempelhof.

In noch einem weiteren Punkt ist das Tempelhofer Projekt ein besonderes Earthship: Es wird als zentrales Versorgungshaus für eine Gemeinschaft von über 20 Personen angelegt. Rundherum werden Bauwagen und Jurten entstehen.

Der Traum vom anderen Wohnen ist schon fast Realität - noch vor Weihnachten sollen die ersten Bewohner einziehen, nach nicht einmal vier Monaten Bauzeit. Möglich ist das, sagt Roman Huber, durch die vielen Helfer, die ihr Wissen und Engagement einbringen: "Das funktioniert nach dem Flow-Prinzip. Jeder sucht sich einen Bereich, in dem er mitarbeiten möchte. Wie ein Ameisenhaufen, der sich selber organisiert."