Wissenschaftler der Harvard Universität haben das Erbgut des Ebola-Virus untersucht und mehr als 50 Mutationen des Erregers zu früheren Ebola-Viren festgestellt. Mit den Ergebnissen können gezielte Ebola-Tests und Medikamente entwickelt werden.

Die Forscher haben 99 Ebola-Viren der derzeitigen Epidemie in Westafrika identifiziert. Bemerkenswert ist, dass die Wissenschaftler das Erbgut des Virus so schnell entschlüsselt haben. Dabei haben die Harvard-Wissenschaftler festgestellt, dass sich das Virus an 300 Stellen von seinen Vorgängern unterscheidet. Außerdem ist es ihnen gelungen, Veränderungen des Virus innerhalb des aktuellen Ausbruchs darzustellen. Insgesamt fanden sie 55 Mutationen des Virus.

Erbgut entschlüsselt

Je mehr die Wissenschaftler über das Virus wissen, desto gezielter können sie Tests und Medikamente für die Patienten entwickeln. Sie gehen davon aus, dass es sich bei dem aktuellen Virus nicht um einen neuen Stamm handelt, sondern es sich aus einer Version von vor zehn Jahren entwickelt hat, die im mittleren Afrika vorkommt.

Aggressives Virus

Der erste Ebola-Erkrankte der aktuellen Epidemie hat sich vermutlich beim Verzehr eines Flughundes angesteckt. Die Tiere tragen die Viren in sich. Danach scheint der Erreger aber nur noch von Mensch zu Mensch übertragen worden zu sein. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, das es mehr als 20.000 Ebola-Fälle geben wird.