In Berlin werden jedes Jahr 400.000 Töpfe Basilikum und 30 Tonnen Fisch produziert. Umweltschonend in einer ECF-Farm. Und mit Fisch-Pipi.

Es sieht aus wie eine Gewächshausanlage mit integriertem Fischbecken. Die ECF-Farm auf dem Gelände einer alten Brauerei im Berliner Stadtteil Schöneberg ist das Herz eines Start-Ups, das vor zwei Jahren begonnen hat. Ihr Ziel: Speisefisch und Basilikum produzieren und dabei Wasser- und Düngemittel sparen.

ECF bedeutet Eco Friendly Farming und das Prinzip ist eigentlich ganz simpel, erklärt Nicolas Leschke, einer der ECF-Gründer: "Man hat Fische, die Fische werden gefüttert, produzieren Ausscheidungen wie wir Menschen auch, feste und flüssige." Die festen Ausscheidungen werden gefiltert, die flüssigen in Pflanzendünger umgewandelt, das verbrauchte Wasser kommt aufs Basilikum.

Maximale Produktion bei minimalem Verbrauch

Aquaponik nennt sich dieses System und kombiniert die Aquakultur, also die Fischzucht, mit der Hydroponik, dem Pflanzenanbau ohne Erde. Das Leibnitz Institut hat bereits 2010 festgestellt, dass durch das zweifache Verwenden des Wassers, der Frischwasserverbrauch eine Aquaponik-Anlage auf unter drei Prozent reduziert werden kann. Das lohnt sich: Etwa 70 Prozent des weltweiten Süßwassers versickern in der Landwirtschaft.

Die Aquaponik-Anlage in Berlin ist ein Pilotprojekt und soll Investoren anlocken. Allerdings bringen herkömmliche Aquakulturen mehr Fisch: Dort werden auf 1000 Liter Wasser 180 Kilogramm Fisch produziert. "Wir haben eine Besatzdichte von ungefähr 70 Kilo ungefähr auf 1000 Liter Wasser", erklärt Nicolas Leschke. Es könnte mehr gehen.  

"Wenn du die Produktion berechnest, produzieren wir in diesem System weniger als die Hälfte, die wir eigentlich produzieren könnten."
Nicolas Leschke, ECF-Gründer

Die Barsche in Berlin werden mit Beifang gefüttert. Das sei noch nicht ideal, sagt Nicolas Leschke: Ziel wäre es, die Barsche vegetarisch zu ernähren, alternativ wird auch an einer proteinreichen Ernährung über Insekten geforscht.