Jungen Menschen mit Selbstmordgedanken fällt es oft schwer, sich Erwachsenen anzuvertrauen. Hilfe bekommen sie zum Beispiel bei der Freiburger Beratungsstelle U25 - anonym und per E- Mail. Anstelle von Psychologen und Therapeuten kümmern sich gleichaltrige Ehrenamtler um sie. Eine von ihnen ist Carina. Zurzeit hat die 24-Jährige drei Klienten.

Carina hat schon länger nach einer Möglichkeit gesucht Menschen mit Problemen ehrenamtlich zu unterstützen. Bei ihren Recherchen stieß sie auf die Freiburger Online-Beratungstelle U25, die junge Menschen mit Selbstmordabsichten per E-Mail berät. Dass sich die junge Studentin ausgerechnet für die Suizidhilfe entschieden hat, lag daran, dass eine Freundin von ihr Selbstmordgedanken hatte.

In einer dreimonatigen Ausbildung wurde die 24-Jährige auf all die Themen vorbereitet, die in ihrer Funktion als Peerberaterin auf sie zukommen könnten.

"Die Klienten können sich anonym bei uns melden. Unsere Sozialarbeiterin verteilt dann die Emails. Wir können uns die quasi selber aussuchen"
Carina, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei U25

Auf die Menschen eingehen - per E-Mail

Je nachdem, wie viel Zeit die Ehrenamtler aufwenden können, haben sie bis zu vier Klienten. In der Regel schreiben die Mitarbeiter jedem Hilfesuchenden einmal in der Woche zurück, nehmen sich dann aber auch ausführlich Zeit für die Antwort:

"Man möchte ja auch auf den einzelnen Klienten in Ruhe eingehen und er soll sich auch ernst genommen fühlen. Wenn der Klient in einer Krise ist, dann schreiben wir natürlich auch öfters, dann kann es auch vorkommen, dass wir mehrmals täglich Kontakt haben."
Carina, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei U25

Direkt ansprechen

Zurzeit hat Carina drei Klienten zwischen 16 und 23 Jahren. Die Sorgen der Suizidgefährdeten sind sehr unterschiedlich, sagt sie, auch wenn Liebeskummer, Schwierigkeiten mit den Eltern oder in der Schule häufig genannt werden.

Die Selbstmordabsichten der Betroffenen werden schon beim ersten Kontakt gezielt angesprochen. Der Klient soll sich ernst genommen fühlen:

"Wir fragen meistens auch direkt in der ersten Mail, ob er oder sie schon konkrete Suizidpläne hat und ob er sich schon einen Tag rausgesucht hat oder eine Methode, wie er es vorhat."
Carina, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei U25

Persönlichen Kontakt zu den Klienten vermeiden die Berater. Die Kommunikation läuft ausschließlich per E-Mail. Das ist wichtig, um die Probleme nicht zu nah an sich heranzulassen:

"Mittlerweile habe ich da ganz gut Abstand zu gefunden. Das muss man eigentlich auch. Du musst auch objektiv bleiben und darfst es nicht mit in den Alltag nehmen"
Carina, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei U25