Der Eichenprozessionsspinner ist eigentlich ein Schmetterling. Als Raupe hat er aber Haare, die für uns Menschen gefährlich werden können.

Beim Wort Raupe denkt man eigentlich an klein und süß, aber nicht an gefährlich. Genau das ist der Eichenprozessionsspinner aber. Später als Schmetterling ist er harmlos, aber als Raupe sorgt der Eichenprozessionsspinner jedes Jahr für gesperrte Schulen, Straßen oder sogar Autobahnen.

Brennhaare sind gesundheitsschädlich

Das Problem sind die Haare. Der Eichenprozessionsspinner hat sogenannte Brennhaare, die für den Menschen gesundheitsschädlich sein können, sagt Biologe Mario Ludwig.

"Diese Brennhaare haben Widerhaken, sind hohl und enthalten in ihrem Hohlraum als Brennsubstanz das lösliche Eiweiß Thaumetopoein."
Mario Ludwig, Biologe

Die Brennhaare schädigen die Haut und die Schleimhaut durch die Widerhaken mechanisch, sagt Mario Ludwig. Wenn sie unsere Haut berühren, bekommen wir Reizungen – was erst einmal nicht so dramatisch ist, aber durch das Thaumetopoein kann es zu einer Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems kommen, sprich: zu einer allergischen Reaktion.

Brennhaare fliegen durch die Luft

Ein weiteres Problem ist, dass die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners über weite Strecken durch die Luft getragen werden können. Das heißt, wir müssen nicht einmal in unmittelbarer Nähe dieser Raupen sein, um befallen zu werden. Selbst Haare, die nach der Häutung der Larven übrig bleiben, sind noch gefährlich. Zudem sind diese Haare der Larvenhüllen sehr langlebig.

Wie stark allergische Reaktionen nach dem Kontakt der Brennhaare mit unserer Haut ausfallen, ist unterschiedlich, sagt Mario Ludwig. Das hänge von der Intensität des Kontakts und von der persönlichen Empfindlichkeit ab.

"Normale Reaktionen sind: Hautrötungen, Quaddeln, Juckreiz und Brennen und auch Bindehautentzündungen. Wenn die Haare eingeatmet werden, kann es zu Reizungen an Mund und Nasenschleimhaut bis hin zu Bronchitis und zu Asthma kommen."
Mario Ludwig, Biologe
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Nicht selten bekommen Betroffene Fieber, manche erleiden sogar Schockreaktionen, die lebensgefährlich werden können.

Eichenprozessionsspinner nicht selbst bekämpfen

Wer Eichenprozessionsspinner entdeckt oder deren Gespinste sieht, sollte sich nicht nähern und den Befall melden. Wer in Kontakt gekommen ist, sollte zu Hause sofort die Klamotten wechseln und Duschen. Bei heftigen Reaktionen solltet ihr sofort zum Arzt gehen.

Die Eichenprozessionsspinner selbst zu bekämpfen, wäre keine gute Idee. Dafür gibt es Fachleute. Idealerweise passiert das bis Ende Mai, bevor die Eichenprozessionsspinnerlarve damit begonnen hat, Brennhaare auszubilden und Gespinster zu bauen.

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Wenn die Gespinter schon gebaut und die Brennhaare entwickelt sind, bleibt nur noch das Absaugen von Raupen, Gespinstnestern und Häutungsresten durch spezielle Absauggeräte sowie das Abbrennen aller organischen Substanzen der Eichenprozessionsspinner mit Hilfe von Gasbrennern.

Eine Bekämpfung mit chemischen Insektiziden ist ökologisch nicht unproblematisch und in Siedlungsnähe auch für den Menschen nicht unbedenklich. Deshalb geht man heute meistens mit sogenannten Häutungshemmern, zum Beispiel Dimilin oder mit biologischen Präparaten, wie Bazillus thuringiensis gegen die Larven vor. Die sterben dadurch.

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