Christian Katzer arbeitet als Operations Manager bei Ärzte ohne Grenzen. Er ist unter anderem zuständig für die Zentralafrikanische Republik. Jedes Jahr reist er in das Land. Und sieht immer wieder Gewalt, Elend - und Hoffnung.

Die Lebenserwartung für Männer und Frauen ist gleich niedrig. Nach Angaben der Weltgesundheits-Organisation liegt sie bei 48 Jahren. Damit hätte Christian Katzer statistisch gesehen noch ein Jahr zu leben. Wenn er in dem Land geboren wäre, in dem er sich für eine bessere Gesundheitsversorgung einsetzt. Als Operations Manager bei Ärzte ohne Grenzen ist er unter anderem zuständig für Simbabwe, Swasiland, Tschad und die Zentralafrikanische Republik.

"Unsere Präsenz beruht vor allem auf Akzeptanz."
Christian Katzer, Ärzte ohne Grenzen

Seit 2006 ist Christian jedes Jahr mindestens einmal in den Krisenregionen. Jetzt gerade war er wieder in der Zentralafrikanischen Republik. "Das ist ein Land, das geprägt ist von Flucht, Vertreibung und Gewalt", sagt er. Christian versucht sicherzustellen, dass die Teams von Ärzte ohne Grenzen ihre Arbeit so gut und sicher wie möglich erledigen können. 

Verhandlungen mit Soldaten und Milizen

Das bedeutet auch, dass er persönlich mit den Chefs von bewaffneten Gruppen verhandelt. Die haben das Land fest im Griff. Christlich und muslimisch geprägte Gruppen stehen sich teilweise an Flussufern gegenüber. Dazwischen eine Brücke, die von UN-Blauhelmen kontrolliert wird. 

"Mir war immer klar, dass ich mehr machen will. Das große Ganze war mir immer sehr wichtig."
Christian Katzer, Ärzte ohne Grenzen

Für die Zivilbevölkerung bedeutet das: Die Menschen müssen häufig ihre Dörfer und Städte verlassen und in Lagern leben. Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land. Ein Gesundheitssystem gibt es nicht wirklich. Deshalb versucht Ärzte ohne Grenzen so viel wie möglich zu helfen. Allein im Jahr 2016 hat die NGO circa 60 Millionen Euro in das Land investiert. 

Die Mediziner, Pflegekräfte und Helfer sind in der Hauptstadt Bangui und 17 weiteren Standorten im Land präsent. So schaffen sie etwa eine Million Behandlungen im Jahr. Doch das reicht nicht - bei einer Bevölkerung von etwa fünf Millionen Menschen. Die Hälfte davon hat überhaupt keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Dabei sind die meisten Fälle gut behandelbar: Es sind relativ harmlose Infektionen, Malaria oder die Hilfe bei Geburten. 

"Im Moment möchte und kann ich diesen Job machen."
Christian Katzer, Ärzte ohne Grenzen

In Eine Stunde Talk erzählt Christian, wie Ärzte ohne Grenzen Verletzte von verschiedenen Konfliktparteien im selben Krankenhaus behandelt, warum er diesen Job macht und wieso er nicht im Lotto gewinnen will.