In Thüringen zieht die grüne Umweltministerin Anja Siegesmund mit einer Reparaturprämie in den Wahlkampf. Alle, die ihre Elektrogeräte reparieren lassen, statt sie wegzuwerfen, bekommen Geld.

Wenn der Toaster, der Kühlschrank oder die Waschmaschine nicht mehr richtig funktionieren, suchen vermutlich viele Menschen nach einem neuen Gerät – und das alte landet im Müll.

Eine Reparatur wäre hingegen die nachhaltigere Alternative. In Thüringen möchte das Umweltministerium daher Reparaturen von Elektrogeräten mit einer Prämie von bis zu 100 Euro fördern.

"Es gilt erst einmal für jedes Elektrogerät, egal welches Alter oder welcher Zustand. Wichtig ist, dass ein Stecker dran oder ein Akku drin ist."
Henry Bernhard, Dlf-Landeskorrespondent in Thüringen

100 Euro Prämie pro Person

In dem Modellprojekt ist die Prämie allerdings erst mal auf 100 Euro pro Person und auch Jahr begrenzt. Mitmachen kann jede und jeder ab 18 Jahren mit defekten Elektrogeräten, unabhängig davon, wie alt oder in welchem Zustand die sind.

Alle, die interessiert sind, können ihr Gerät reparieren lassen und die Rechnung im Anschluss bei der Verbraucherzentrale einreichen. Sie erstattet ihnen bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal aber eben 100 Euro. Entscheidend ist, dass die Rechnung am 15. Juni oder später ausgestellt ist, weil das Pilotprojekt dann startet.

Mit dem Reparaturbonus Wahlkampf machen

Das Thüringer Umweltministerium hat ein Budget von 150.000 Euro für das Projekt angesetzt. Demnach können mindestens 1500 Reparaturprämien ausgezahlt werden. Vorbild für den Pilotversuch war ein ähnliches Programm in Österreich. In Deutschland ist Thüringen bislang das einzige Bundesland mit einer Reparaturprämie.

"Ich würde sagen, die Summe reicht immerhin bis zur Landtagswahl im September."
Henry Bernhard, Dlf-Landeskorrespondent in Thüringen

Der Startschuss für den Modellversuch dürfte allerdings kein Zufall sein, sagt Dlf-Landeskorrespondent Henry Bernhard: Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund gehört zu den Grünen. Ihre Partei habe es in dem Bundesland abseits von Studierendenstädten schwer, Wählerinnen und Wählern mit Klimaschutz-Themen zu überzeugen.

Der Thüringer Landtag soll voraussichtlich am 26. September neu gewählt werden. Von der Reparaturprämie haben die Thüringerinnen und Thüringer hingegen einen direkten Nutzen. Gleichzeitig sensibilisiert es die Menschen für Umweltfragen und fördert kleine Reparaturbetriebe.