E-Waffen - also elektromagnetische Waffen - erzeugen ein Feld, das Elektronik blitzschnell lahm legen kann. Südkorea fürchtet einen derartigen Schlag und will jetzt sensible Daten im Ausland sichern.

Hollywood hat schon länger ein Faible für diese beängstigenden Super-Waffen, die im Handumdrehen die komplette Elektronik lahmlegen können. Bei Matrix oder James Bond gibt es diese Waffen, so genannte "Elektronmagnetische Pulse", kurz EMP.

Südkorea fürchtet schon länger, dass Nordkorea so einen EMP verwenden könnte, um den Nachbarn lahmzulegen und auch Computer und Server zu zerstören. Südkoreanischen Medienberichten zufolge überlegen Banken und Behörden im Land jetzt, sensible Daten im Ausland in Sicherheit zu bringen.

"Das elektromagnetische Feld einer solchen Waffe kann zum Beispiel in Leitungen oder Kabeln hohe Spannungen und Hitze erzeugen. Am Ende ist zum Beispiel dein Fernseher oder dein Laptop kaputt."
Johannes Döbbelt

Ein Blitz ist ein natürliches Beispiel für eine solche Entladung, die elektromagnetische Felder beeinflusst.

Elektromagnetische Waffen arbeiten mit künstlich erzeugten Impulsen. Sie sind so stark, dass sie alle "elektronisch gestützten Maschinen vom Flugzeug bis zum Herzschrittmacher stören oder zerstören", wie die Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern schreibt.

Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten, einen Elektromagnetischen Puls (EMP) zu erzeugen:

  • Eine gezündete Atombombe erzeugt - auch in sehr großer Höhe - diesen Puls. Er kann sich über viele Hundert Kilometer weit ausbreiten und die Stromversorgung in großen Städten lahmlegen. Server, Handynetze, Zugverkehr, Energieversorgung, Krankenhäuser - alles wäre gefährdet.
  • Es gibt außerdem Waffen, die einen EMP erzeugen - über besonders starke Mikrowellen-Strahlen
"Da haben die Militärs zum Teil Geräte, die bis in Terawatt-Stärke senden können, um in einem bestimmten, zielgerichteten Bereich die gegnerischen Computer auszuschalten."
Hans-Joachim Schmidt, Atomwaffen-Experte bei der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

Insgesamt ist recht wenig über solche Geräte bekannt. Es soll sie aber auch in Koffergröße geben - die Reichweite des Pulses ist dann aber eher klein.

Bekannter US-Test von 1962

Die USA haben die Atombomben-Variante schon einmal getestet: 1962 haben sie in knapp 400 Kilometern Höhe eine Atombombe über dem Pazifik gezündet. Der EMP hat dann tatsächlich alle elektrischen Geräte in einem großen Umkreis gestört. Sogar auf Hawaii fiel die Straßenbeleuchtung aus, obwohl das 1300 Kilometer weit weg lag.

Ob Nordkorea in der aktuellen Krise tatsächlich auf solche Waffen zurückgreifen würde? Atomwaffen-Experte Hans-Joachim Schmidt denkt das nicht. Denn die USA würden einen solchen Einsatz vermutlich als "klassischen" Nuklear-Angriff werten, sagt er. Für Nordkorea wäre das also zu riskant.