Wer genug hat von seinem Benziner oder Diesel und auf E-Auto umrüsten will, hat es nicht leicht. Denn nur bei bestimmten Autos lohnt sich der Umbau.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Yvonne Koch hat keine Lust mehr auf Ölwechsel und Benzingeruch. Sie fährt mit ihrem Wagen in eine Werkstatt. Dort lässt sie ihn auf E-Tauglichkeit prüfen.

Autos jünger als Baujahr 2002 lassen sich schlecht umrüsten

Zulassung 2006: Yvonnes Auto ist zu jung. Die Bordelektronik, die dort verbaut ist, kann beim Umrüsten zum E-Auto Probleme machen, sagt Werkstattchef Marco Lorey. Außerdem hat das Auto bestimmte Komponenten, die speziell geprüft werden müssten. Dadurch würden hohe Mehrkosten entstehen. Deshalb rät er Yvonne von der Umrüstung eher ab.

Umrüsten von Youngtimern sinnvoll

Sogenannte Youngtimer, Autos, die älter als 15 und jünger als 30 Jahre sind, haben häufig Probleme mit den Umweltzonen der Städte. In dem Fall wäre eine Umrüstung sinnvoll, meint Marco Lorey.

Oldtimer, wie der von Marco Stromberg, dürfen mit H-Kennzeichen in die Umweltzonen fahren – auch ohne Katalysator. Außerdem profitieren sie von einer gedeckelten KFZ-Steuer. Mit dieser Subventionierung will der Staat die Pflege des automobilen Kulturguts fördern.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Marco Stromberg hat trotzdem sein Auto Baujahr 1968 vor acht Jahren umrüsten lassen.

"Mich hat von Anfang an immer der Nachhaltigkeitsgedanke sehr stark interessiert. Ich bin Projektentwickler für erneuerbare Energien."
Marco Stromberg hat seinen Oldtimer zum E-Auto umgerüstet

Aus Marco Strombergs Oldtimer ist durch den Umbau ein kostengünstiges Alltagsfahrzeug geworden. Deshalb hat er gleich einen weiteren Wagen und einen Traktor auf seinem Hof umrüsten lassen. Betankt werden die Fahrzeuge aus der hauseigenen Solaranlage.

Elektro-Oldtimer rechnen sich

Werkstattchef Marco Lorey baut in seiner Werkstatt gerade einen Oldtimer Baujahr 1933 zum E-Auto um. Von außen fallen Elektromotor und Akkus nicht auf. Weil es sich um einen kleinen, leichten Sportwagen handelt, wird das neue E-Auto auch wenig Akkukapazität verbrauchen. Der Werkstattchef verbaut eine Akku-Reichweite von 120 Kilometern. Dann sei eine solche Umrüstung sinnvoll, meint Marco Lorey. Die Kosten des Umbaus würden sich auf rund 10.000 Euro belaufen.

Größere Wagen haben mehr Platz für Akkus und könnten somit auch weiter fahren. Dann kostet der Umbau auch zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Allerdings kommen die Kosten ziemlich schnell wieder rein, meint Marco Lorey:

  • Kaum Verschleißteile außer den Akkus,
  • zehn Jahre steuerfrei,
  • danach wird die Steuer pro Tonne gerechnet, bei 1,5 Tonnen wären das 55 Euro pro Jahr
  • Versicherungen sind günstiger für Oldtimer-E-Autos

Bevor das Auto auf die Straße darf, prüft der TÜV, ob alles sicher verbaut ist und die Vorschriften in Bezug auf die elektrischen und mechanischen Vorgaben eingehalten werden. Auch, wenn die Umrüstung zeitaufwendig und teuer ist, hält sie Michael Kunze vom TÜV Hessen für sinnvoll.

"Erstens hätte man ein ökologisches Auto, zweitens hat man kein Problem mit Umweltzonen und drittens macht es auch noch mehr Spaß."
Michael Kunze vom TÜV Hessen

Deshalb überlegt Yvonne jetzt, ihr Auto zu verkaufen und sich vielleicht ein älteres zu kaufen, dass sie umrüsten lassen kann.

"Denn der Gedanke, ein Auto zu fahren, dass die Luft nicht verpestet, leise, und in der Haltung günstig ist, finde ich schon verlockend."
Yvonne Koch, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin