500.000 Autos in diesem Jahr produzieren, aber eigentlich 400.000 meinen: Tesla-Chef Elon Musk hat sich erneut mit einem Tweet Ärger mit der US-Börsenaufsicht eingehandelt. Für einen früheren Tweet hat er schon einen Posten verloren.

Elon Musk ist eine der schillerndsten Unternehmenspersönlichkeiten der Welt. Bekannt geworden ist er einerseits durch seine Unternehmen Tesla, Hyperloop und SpaceX, andererseits durch seine intensive Nutzung von Twitter. Und genau das bringt ihm immer mal wieder Ärger ein - weil er damit in manchen Fällen gegen bestehende Regeln verstößt. So wie jetzt wieder.

Vor einigen Tagen twitterte Musk: "Tesla made 0 cars in 2011, but will make around 500k in 2019". Der Tesla-Chef versprach damit also indirekt, im laufenden Jahr 500.000 Autos zu produzieren.

Verdacht: Musk treibt Börsen-Kurs absichtlich nach oben

Musk erwartete aber tatsächlich gar nicht eine halbe Million. Ein paar Stunden später präzisierte er - ebenfalls per Tweet -, dieses Jahr würde eine Produktionskapazität von 500.000 Autos erreicht werden. Ausgeliefert würden aber nur 400.000.

Das Problem: 500.000 oder 400.000 ist ein signifikanter Unterschied. Und diese Verwirrung beeinflusst die Anleger-Erwartungen und den Börsenkurs. Und damit hat Musk Erfahrung.

2018 hatte er per Twitter mitgeteilt, er wolle Tesla von der Börse nehmen, die Finanzierung dafür stünde schon - was sich hinterher als falsch herausgestellt hat. Es stand der Verdacht im Raum, dass Musk gezielt kommuniziert hat, um den Börsen-Kurs nach oben zu treiben und Spekulanten loszuwerden, die auf fallende Tesla-Kurse setzen. Der Vorwurf: Kursmanipulation.

"Ungestraft folgenreiche Tweets raushauen darf nur Donald Trump."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Im Herbst 2018 ist Musk mit einem blauen Auge davon gekommen, nämlich mit einem Vergleich mit der Börsenaufsicht SEC: Er und Tesla zahlen jeweils 20 Millionen Dollar, er tritt als Verwaltungsratsvorsitzender zurück und verpflichtet sich, kursrelevante Tweets von Tesla-Juristen und der Kommunikationsabteilung genehmigen zu lassen.

Am Montag (25.02.) nun hat die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde formell eine Klage vor Gericht eingereicht wegen Verletzung der geschlossenen Vereinbarungen - also wegen des aktuellen Tweets. Jetzt drohen wieder Geldbußen. Im schlimmsten Fall für Musk muss er als Geschäftsführer von Tesla zurücktreten.

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