Sobald das erste Kind da ist, verändert sich bei den meisten Paaren die Beziehung komplett. Wie schaffen wir es in dieser Lebensphase, körperliche Bedürfnisse und Lust im Blick zu behalten? Ein junges Berliner Paar erzählt von seinen Erfahrungen, Sexualtherapeutin Dania Schiftan gibt Tipps und eine Hörerin erzählt, wie es nach einer traumatischen Geburtserfahrung mit ihrem Liebesleben weiterging.

Sara und Robert sind im Dezember 2020 Eltern geworden. Acht Wochen nach der Geburt haben sie zum ersten Mal wieder miteinander geschlafen. Aber es hat für Sara fast ein Jahr gedauert, sich so zu fühlen, als hätte sie ihren alten Köper wieder zurück.

"Um Nähe zu schaffen, haben wir uns auch einfach mal nackt zusammenlegt. Weil wir gemerkt haben, dass dann auch die Anziehung wieder zurückkommt. Da geht es erstmal um Zärtlichkeit – und was passiert, ist egal."
Robert, junger Vater aus Berlin

Sich ohne zu große Erwartungen wieder körperlich anzunähern, rät auch Sexualtherapeutin Dania Schiftan. Statt eines 5-Gänge-Menüs solle man, bildlich gesprochen, erstmal mit einem Häppchen anfangen.

Kleine Lust-Häppchen

Ein Butterbrot tue es auch. Auch bei Lustlosigkeit helfe es trotzdem, sich körperlich aufeinander einzulassen, wenn man sein Sexualleben wieder neu gestalten möchte.

"Paare müssen verstehen: Es geht nicht um ein Zurück zur Intimität wie vor der Geburt. Wir müssen, können, dürfen uns neu kennenlernen."
Dania Schiftan, Sexualtherapeutin aus Zürich

Für "Eine Stunde Liebe"-Hörerin Wiebke war die Geburtserfahrung Mitte 2020 traumatisch. Nach dem Dammriss wurde ihre Vulva so genäht, dass sie eine schmerzende Narbe hatte und die Vagina enger geworden ist. Auch eine weitere OP konnte Wiebke bisher nicht helfen, ihre Sexualität wieder wie früher auszuleben. Sie erzählt, welche Hilfe ihr die Gynäkologin geben konnte und wie sich ihre Partnerschaft seit der Geburt verändert hat.