Die Entscheidung, wo die Fußball-Europameisterschaft 2024 stattfinden wird, hat für die Türkei eine größere Bedeutung als für Deutschland. Wie das Ergebnis zustande kommt, weiß niemand so genau.

Am Donnerstag (27.9.) kommt der türkische Präsident Erdogan nach Deutschland. Am selben Tag fällt auch die Entscheidung, wo die Fußball-Europameisterschaft 2024 stattfinden wird - in Deutschland oder in der Türkei.

Diese Entscheidung könnte auch auf die Politik Einfluss nehmen, gerade in der Türkei, die sich schon viermal für die Austragung der EM beworben hat. "Wenn das wieder nicht klappt, wird in der Türkei wieder die Erzählung gesponnen, dass alle gegen einen sind und man nur von Feinden umgeben ist", sagt der WDR-Sportjournalist Jochen Leufgens. Für die Türkei sei die Entscheidung über den Austragungsort der EM sehr wichtig.

"Am Ende ist Gewinnmaximierung das Ausschlaggebende."
Jochen Leufgens, Sportjournalist beim WDR

Zwar gibt es Kriterien, nach denen der Austragungsort offiziell ausgesucht wird - "Menschenrechte" ist eins davon. "Am Ende aber", sagt Jochen, "ist das Ausschlaggebende die Gewinnmaximierung."

Deutschland schneidet hier etwas besser ab als die Türkei. Vor allem die Stadien sind größer, sodass mehr Tickets verkauft werden können. Insgesamt ist der Evaluierungsbericht für Deutschland etwas besser ausgefallen.

Katar hatte die technisch schlechteste Bewerbung

Das aber soll noch nicht heißen, dass die Entscheidung schon gefallen ist. Jeder der 17 Uefa-Funktionäre entscheidet für sich. Das Beispiel Weltmeisterschaft 2022 in Katar zeigt: Auch Länder mit der technisch schlechtesten Bewerbung können den Zuschlag bekommen.

Die Diskussion um Rassismus im Fußball und Mesut Özil hat der Uefa nach Einschätzung von Jochen Leufgens gar nicht geschadet. "Das war eine DFB-interne Diskussion", sagt er. Die Uefa würde bei Kontroversen sowieso gerne eher wegschauen.