Grafiker, Tätowierer und Künstler wagen sich ans Sticken und erheben das alte Handwerk zur neuen Kunstform.

In alten Filmen sieht man Damen, die artig dasitzen und mit Garn feine Blumenbouquets auf einen Stoff aufsticken. Oder vielleicht noch einen Spruch wie "Trautes Heim, Glück allein." So langweilig muss sticken aber nicht sein. Auf Instagram hat sich eine Stick-Community entwickelt, die komplexe und filigrane Kunstwerke auf Stoffe stickt. 

"Es gibt Leute, die Mini-Gemälde sticken - zum Teil sehr kompliziertes, abstraktes Zeug oder auch realistische Porträts mit 3-D-Effekten."
Petra Bäumer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin
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Wer sich durch Stick-Beispiel auf Instagram inspirieren lassen möchte, sollte nach dem #embroidery suchen. Unter dem englischen Begriff sind viel mehr Einträge zu finden, als unter der Bezeichnung Sticken, der möglicherweise zu sehr an das erinnert, was unsere Omas und Ur-Omas früher darunter verstanden haben.

Die neue Variante der Stickerei ist überhaupt nicht piefig, sondern künstlerisch, radikal oder emanzipiert. Eine große Bandbreite an unterschiedlichen Stilen und verschiedenen Motiven ist zu finden, weil die Personen, die Sticken ganz unterschiedliche Backgrounds und Berufe haben. 

"Auch Männer sticken, zum Beispiel Charles Henry. Das ist ein junger Franzose mit Locken und Nickelbrille. Der stickt zusammen mit seiner Freundin aufwändige Architekturbilder."
Petra Bäumer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin
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Neben eher illustrative Hipstermotiven wie Kakteen gibt es auch Stickarbeiten, die mit dem Bruch zwischen Oldschool-Handarbeit, Heile-Welt-Spruch und Popkultur arbeiten. Auf dem Instagram-Account "Ich sticke deine Mutter" wird nicht mehr "Trautes Heim" aufgestickt, sondern "High wie ein Hurensohn". 

Nerdy Popkultur inspiriert Stickerei

Es gibt eine Frau auf Instagram, die beispielsweise fast nur Szenen aus der Zeichentrick-Serie "Die Simpsons" auf Stoffe aufstickt. Andere wählen lieber feministische Motive, zum Beispiel füllige Frauenkörper, Vaginas und entsprechende Statements. Hier siehst du dann auch mal ganz traditionelle Blümchen. Die umranden dann aber eher Aussagen wie "Go fuck yourself" oder politische Statements.

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Inzwischen sind es nicht mehr nur DIY-Fans, die das Sticken für sich entdeckt haben. Auch Künstler, Tätowierer, Illustratoren, Designer nutzen die Stickerei als Ausdrucksform. Das sorgt für eine große Vielfalt und einen zum Teil experimentellen Mix an Techniken und Stichvarianten. Der Franzose Charles Henry zum Beispiel stickt gemeinsam mit seiner Freundin aufwendige Architekturbilder, Stadtansichten und Landschaften

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Wer gerne sticken möchte, es sich aber nicht so richtig zutraut, findet im Netz viele Tutorials oder kann es erst mal mit einem Stick-Kurs versuchen. Für den Anfang ist es einfacher mit einem schlichten Motiv anzufangen und eine fertige Vorlage zu nehmen. Ein eigenes Bild zu entwerfen, ist um so toller, aber auch aufwendiger. 

"Nicht aufgeben, auf keinen Fall. Es ist wie überall anders auch: Übung macht den Meister."

Unser Reporterin Petra Bäumer hat sich an einer eignen Stickarbeit versucht und sich Hilfe von Emilie geholt, die auf Instagram unter dem Namen Mrs Panda Bunny zu finden ist. Die hat Petra geraten, nicht zu schnell aufzugeben und dranzubleiben.

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