Webseiten wie "Atmosfair" oder "Klima ohne Grenzen" berechnen die Klimabilanz von Flugreisen und haben auch gleich ein Angebot für die Kompensation parat.

Jan Bruck von der NGO Germanwatch kritisiert einige dieser Klimabilanz-Rechner. Vor allem die Klimarechner der Fluggesellschaften selbst rechnen mit einem niedrigeren Faktor. Diese Rechner berücksichtigen zum Beispiel die zusätzliche Erwärmungswirkung durch Kondensstreifen nicht, erklärt Jan Bruck.

"Ich persönlich bin mit dem Kompensationsmechanismus erst dann zufrieden, wenn es wirklich keine andere Wahl mehr gibt als die Fliegerei."
Jan Bruck, Germanwatch

Hinzu kommt, dass einige Kompensations-Projekte nicht nachhaltig sind. Bei einigen Aufforstungsprojekten werden nur Monokulturen angepflanzt, die nach einigen Jahren wieder abgeholzt werden. Von den Vereinten Nationen zertifizierte CDM-Projekte, die nicht nur Klimaschutzziele berücksichtigen sondern auch soziale Aspekte.

Kompensationsbetrag fürs schlechte Gewissen

Wer eine Flugreise nach Johannesburg plant, kann auf der Seite der Klimaschutzorganisation Atmosfair seine CO2-Bilanz berechnen lassen. Für einen Hin- und Rückflug liegt diese pro Person bei 5670 Kilogramm CO2. In einem Balkendiagramm stellt Atmosfair dar, dass durch diese Flugreise schon die Hälfte an CO2 ausgestoßen wird, die eine Person pro Jahr im Schnitt in die Atmosphäre abgibt.

Gleichzeitig wird der Kompensationsbetrag für diese CO2-Bilanz in Euro ausgerechnet - 130 Euro für die Reise nach Johannesburg. Für diesen Betrag bietet Atmosfair direkt das passende Klimaschutzprojekt an, zum Beispiel eine Spende zum Bau von Biogasanlagen für Milchbauern in Kenia. Außer Atmosfair empfiehlt Jan Bruck noch die Klimakollekte der evangelischen Kirche.