Am 20. März 2022 enden die meisten Coronaregelungen, zum Beispiel auch die Homeoffice-Pflicht. Homeoffice ist dann nur noch mit dem Einverständnis der Vorgesetzten möglich. Andernfalls liegt sogar ein Kündigungsgrund vor. Von einer erzwungenen Präsenz hält die Arbeitspsychologin Hannah Schade allerdings nicht viel.

Juhu, werden die einen rufen, denen die Homeoffice-Decke auf den Kopf fällt und die während der Arbeit vielleicht noch Kinder um sich herumspringen haben. Schade, die anderen seufzen, weil es natürlich auch entspannte Seiten hat, von zu Hause aus zu arbeiten. Am 20. März 2022 endet die gesetzliche Homeoffice-Pflicht und dann können wir nicht einfach mehr selbst entscheiden, ob wir weiter von zu Hause aus arbeiten, sagt unser Reporter Christian Schmitt. Der Arbeitgeber muss dafür aktiv sein Okay geben.
"Man kann jetzt nicht mehr so einfach sagen: Ich will aber lieber weiter von zu Hause arbeiten. Da muss jetzt der Arbeitgeber aktiv sein Okay geben."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova

Es wird Arbeitgebende geben, die das gerne machen, weil sie a) gute Erfahrungen mit dem Homeoffice in den letzten Jahren gemacht haben und b) nicht wollen, dass sich Mitarbeitende anstecken und dann ausfallen. Es wird aber auch Firmen und Unternehmen geben, die wollen ihre Arbeitskräfte wieder vor Ort haben.

Firmen mit Angst vor nachhaltigen Entscheidungen

Hannah Schade ist Arbeitspsychologin an der TU Dortmund. Sie sagt, dass es durchaus Entscheiderinnen und Entscheider gebe, die Angst vor nachhaltigen Veränderungen hätten. Sie begründen ihre Haltung zum Beispiel damit, dass Arbeitnehmer besser kontrolliert werden könnten, nicht zu viel oder zu wenig zu arbeiten. Die Haltung sei leider mit Rückwärtsgewandtheit zu erklären.

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Für Arbeitnehmende heißt das: Wenn die Chefin das so will, dann müssen wir ins Büro, ansonsten liegt ein Kündigungsgrund vor.

"Wenn die Chefin oder der Chef sagt, komm ins Büro, dann müssen wir auch ins Büro. Sonst ist das ein Grund für eine Kündigung."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova

Auch wenn es für einige Menschen jetzt zurück ins Büro gehen dürfte: Der Büroalltag wird nicht mehr so sein wie noch vor zwei Jahren. Dafür wurde eine neue Arbeitsschutzverordnung verabschiedet. Sie sieht unter anderem vor:

  • Regelung zur Maskenpflicht
  • 1.50m Mindestabstand am Arbeitsplatz
  • Die Möglichkeitgeben, sich unter bestimmten Voraussetzung zweimal wöchentlich testen lassen zu können
  • Impfanreize: Impfungen sind während der Arbeitszeit möglich

Am Arbeitsplatz selbst gilt die 3G-Regel. Doch auch Ungeimpfte kommen an ihren Platz, wenn sie einen aktuellen Schnelltest vorweisen können. Obwohl eine höhere Ansteckungsgefahr von Ungeimpften ausgeht, rechtlich gibt es keine Möglichkeit, den Sitzplan zu ändern. Hier kommt es auf ein Verständnis für die Sorgen und Bedenken bei den Vorgesetzten an.

Arbeitspsychologin empfiehlt: Kein Homeoffice um jeden Preis

Aus Sicht der Arbeitspsychologin Hannah Schade sollten Arbeitgebende allerdings nicht das Ziel haben, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um jeden Preis zurück ins Büro zu holen. Über eine erzwungene Präsenz Leistung, Motivation und mentale Gesundheit zu fördern, sei nicht der richtige Weg. Spaß an der Arbeit sei nämlich die größte Motivation für gute Leistung, sagt Hannah, und da sei es egal, von wo aus sie erledigt werde. Führungskräfte sollten daher für flexible Möglichkeiten sorgen.

"Spaß an der Arbeit, das hat Hanna Schade rausgefunden, ist der größte Motivator dafür, dass auch gute Arbeit geleistet werden kann. Von wo die Arbeit gemacht wird, ist völlig egal."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova
  • Moderatorin:  Diane Hielscher
  • Gesprächspartner:  Christian Schmitt, Deutschlandfunk Nova