Wenn Gas und Öl ausgehen, können wir vielleicht auf die Bakterien hoffen. Denn Darmbakterien liefern Propangas. Das haben Forscher aus Großbritannien und Finnland herausgefunden. Sie konnten Propangas im Reagenzglas herstellen.

Propangas ist gut brennbar und wird für Gaskocher, Heizungsanlagen oder auch, in flüssiger Form, für Autos verwendet. Patrick Jones vom Imperial College London und Kollegen aus Finnland konnten Propangas aus Darmbakterien gewinnen. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachjournal "Nature Communications" veröffentlicht.

Die Bakterien, die sie nutzten, waren E.coli-Bakterien. Solche Darmbakterien hat jeder von uns in seinem Körper. Die Forscher setzten für die Energiegewinnung aber auf eine gentechnisch veränderte Variante.

Propangas dank Darmbakterien

Die Bakterien produzieren ein ganz bestimmtes Enzym, mit dem ein natürlicher chemischer Prozess in dem Bakterium abgewandelt wird. Eigentlich nutzen die Bakterien vorhandene Fettsäuren dazu, neue Zellhüllen aufzubauen. Das Enzym grätscht jedoch dazwischen und sorgt dafür, dass Bestandteile der Fettsäuren verwendet werden, um Propan zu produzieren. Das Propan lässt sich auffangen und kann, so die Forscher, direkt genutzt werden. Zum Beisiel, um ein Auto anzutreiben.

Biokraftstoff der Zukunft?

Die genutzten Enzyme sind schon lange bekannt. Sie kommen in der Natur vor, beispielsweise in manchen Algenarten. Mit diesen Algen gab es auch schon Versuche, Biokraftstoff industriell zu gewinnen. Es scheiterte jedoch an der Machbarkeit und an den Kosten.

Patrick Jones und seine Kollegen sind sich sicher, dass ihre Methode funktionieren kann. Sie gehen davon aus, dass sie in 10 bis 15 Jahren Propangas im großem Stil produzieren können.