Beim Duschen können wir Zeit sparen – und damit sowohl weniger Wasser als auch Energie verbrauchen. Beim Haarewaschen gibt es einiges Einsparpotenzial – denn dafür brauchen die meisten von uns am längsten. Sebastian Sonntag von Deutschlandfunk Nova erklärt, wie oft Haare wirklich gewachsen werden sollten und wie wir unsere Haare auf weniger waschen vorbereiten.

Wie oft Haare gewaschen werden müssen, ist sehr individuell. Je nach Haartyp sollte der Abstand zwischen den Waschgängen unterschiedlich sein. Grob können wir uns an folgenden Zeitabständen orientieren.

  • Feines, dünnes oder fettiges Haar: Alle zwei Tage waschen. Die Kopfhaut produziert Öle, was bei feinem und dünnem Haar schneller sichtbar wird.
  • Mitteldickes oder trockenes Haar: Alle drei bis vier Tage waschen. Das Öl in Form von Talg hilft deinem Haar bei Festigkeit und Geschmeidigkeit. Weniger waschen hilft diesem Haartyp gegen Spliss.
  • Dickes oder lockiges Haar: Sollte nur ein- oder zweimal pro Woche gewaschen werden. Die Kopfhaut-Öle brauchen länger, bis sie durch das dicke Haar kommen. Die Haare werden nicht so schnell fettig.

Diese Shampoo-Alternativen gibts

Wenn ihr weniger Zeit für das Haarewaschen verschwenden wollt und eure Haare gleichzeitig auf weniger Haarwäschen einstellen möchtet, gibt es unterschiedliche Alternativen. Zum einen könnt ihr euer Haar nur mit Wasser waschen, ohne Shampoo zu benutzen.

"Bei 'No-Poo' wäscht man die Haare nur mit Wasser."
Deutschlandfunk-Nova-Reporter Sebastian Sonntag über Wassersparen beim Haarewaschen

Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, Roggenmehl oder Heilerde mit Wasser anzumischen und diese Mischung anschließend auf dem Haar zu verteilen. Das ist eine sehr natürliche Möglichkeit, das Haar zu waschen, sagt Sebastian Sonntag.

Wer auf ein altes Hausmittel zurückgreifen will, mischt Natron mit Wasser. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn zu viel Natron trocknet die Kopfhaut aus. Und bei zu langer Einwirkzeit wird das Haar aufgehellt.

Beim Waschen mit Shampoo-Alternativen solltet ihr Folgendes beachten:

  1. Das Haar sollte vor und nach dem Waschen mit einer festen Bürste zum Beispiel einer mit Wildschweinborsten ausgekämmt werden.
  2. Nach dem Waschen mit den Shampoo-Alternativen, sollte das Haar noch einmal mit einer Essig-Rinse ausgewaschen werden. Diese Rinse besteht aus zwei Esslöffeln Apfelessig auf einem Liter kaltem Wasser.

Trockenshampoo oder Ausfetten sind keine Alternative

Trockenshampoo geht im Notfall, um das Haar wieder aufzufrischen. Zur Reinigung ist es aber keine Alternative, weil Fett in den Haaren gebunden wird, sagt Sebastian Sonntag. Wer seine Haare nicht wäscht und stattdessen zu oft zu Trockenshampoo greift, trocknet die Kopfhaut aus. Außerdem bleibt der Schmutz auf der Kopfhaut.

Es gibt auch die Möglichkeit, zwei Wochen keine Haare zu waschen. Das Ganze nennt sich "Ausfetten". Dermatolog*innen warnen aber davor. Die sehr fettige, ungewaschene Kopfhaut ist demnach ein Nährboden für Pilze, Schuppen und Ekzeme.