Eon geht es schlecht, das zeigen auch die neuen Zahlen, die der Konzern gerade eben veröffentlicht hat. Ein dickes Minus von drei Milliarden Euro in den ersten sechs Monaten. Bei RWE läuft es nicht besser. Das Unternehmen muss morgen Zahlen vorlegen. Und auch die dürften zeigen: Mit ihrem klassischen Geschäft, der Stromproduktion in großen Kraftwerken, lässt sich kein Geld mehr verdienen.

Um heute noch eine Chance zu haben, müssten Energiekonzerne Strom so produzieren, wie er heute verlangt wird: umweltverträglich aus Wind- oder Solarenergie, sagt Georg Ehring aus unserer Umweltredaktion. Und sie müssten sich auf Geschäftsfelder konzentrieren, wo sie noch Geld verdienen können, etwa beim Betrieb von Stromnetzen, Abrechnung oder Dienstleistungen. Energie erzeugen, dass können wir mittlerweile selbst auf dem eigenen Dach übernehmen. Die Energieriesen werden also vor allem dabei gebraucht, die Strukturen zur Verfügung zu stellen.

Nur erneuerbare Energie lohnt sich noch

Wenn Eon und seine Konkurrenten noch Strom produzieren, dann mit großen Solar- oder Windkraftanlagen. Eon hat gerade vor Amrum einen großen Windpark in Betrieb genommen, weitere sollen folgen. Und auch RWE hat gerade eine Tochter gegründet. Außerdem setzten sie mittlerweile ihren Kunden auch Solaranlagen aufs Dach. Die Verluste der Stromkonzerne kommen vor allem daher, dass es zu viel Strom auf dem Markt gibt. Die Preise sind ins Bodenlose gefallen. Davon sind die erneuerbaren Energien noch ausgenommen, weil es hier eine garantierte Einspeisevergütung gibt.

Auch wenn wir die Konzerne nicht mehr zur Produktion des Stroms brauchen - auch bei der Solaranlage auf dem Dach muss jemand die Abrechnung übernehmen, dafür sorgen, dass immer die neueste Software läuft oder die Energiespeicher betreiben. Allerdings drängen auch hier Konkurrenten für die alten Stromriesen auf den Markt. Wichtig bleiben die großen Überlandleitungen, erklärt Georg Ehring. Weil nicht überall die Sonne scheint und der Wind überall gleich stark weht. Die Nachfrage muss also ausgeglichen werden. In Bayern wird zum Beispiel viel Energie gebraucht, aber wenig erzeugt. In Norddeutschland ist es genau andersherum. Der Bedarf an Netzen wird also er einmal bleiben, selbst wenn Energie dezentraler erzeugt wird, so Georg Ehring.