Erasmus bringen die meisten mit Studieren im europäischen Ausland in Verbindung. Aber das Auslandsprogramm gibt es auch für Auszubildende. Nur relativ wenige kennen und nutzen es.

Valentin ist inzwischen 27 und ausgebildeter Bäcker. Als solcher tourt er durch Europa und bäckt sich durch die verschiedenen kulinarischen Traditionen.

"Ich wollte einfach möglichst viel aus meiner Zeit und aus meinem Handwerk machen und in geringer Zeit viel sehen. Das lässt sich eben mit diesem Programm umsetzen – zu sehr günstigen Konditionen."
Valentin nimmt als Ex-Auszubildender Erasmus in Anspruch

Valentin bekommt 1000 Euro Stipendium für drei Wochen im Ausland. Um Erasmus plus berufliche Bildung können sich alle Auszubildenden bewerben. Sogar Valentin, der seine Ausbildung schon abgeschlossen hat. Für ihn gilt Erasmus noch ein Jahr nach Ausbildungsende.

Mehr Möglichkeiten durch Erasmus

Bei Ivana, die eine Ausbildung zur Speditionskauffrau macht, hat der Ausbildungsbetrieb vorgeschlagen, dass sie in der Zweigstelle in Prag Station macht.

"Das Coole war, diese Auslandserfahrung mit meiner Firma zu machen, um ein Gesamtbild zu bekommen. Weil ich sonst immer dieselben Schritte in Deutschland mache und sonst nichts."
Ivana hat für acht Wochen in Prag gearbeitet.

Valentin hat seinen ersten Auslandsaufenthalt in Galizien über die Erasmus plus-Agentur geplant. Das ist ihm aber zu teuer, deshalb hat er seine weiteren Stationen selbst organisiert: erst Wien, danach Spanien, Frankreich und Skandinavien. Für jede Station muss er sich neu bewerben.

"Am Ende möchte ich – ehrlich gesagt – aus jedem Land neue Rezepte mitnehmen und ein paar neue Techniken kennenlernen. Und einfach ein besserer Bäcker werden und meinen Horizont erweitern."
Valentin nimmt als Ex-Auszubildender Erasmus in Anspruch

Erasmus plus berufliche Bildung gibt es seit 14 Jahren. Viele Auszubildende würden das Programm nicht kennen, sagt die nationale Erasmus plus-Agentur. Gut 21.000 Stipendien wurden letztes Jahr in Deutschland vergeben. Wer sich bewerben will, sollte sich vorher die Zustimmung bei seinem Ausbildungsbetrieb holen.

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