Nach der verschollenen Boeing wird auch mit Satelliten gesucht. Doch das ist schwierig. Satelliten fotografieren nur genau, wenn man ihnen angibt, wo. Eine bestimmte Fläche absuchen können sie auch nicht - denn sie fliegen ständig um die Erde.

Dank Google Earth können wir so gut wie jeden Fleck der Erde ansurfen. Doch das Tool lässt uns nicht zum neuen James Cook werden. Die meisten Bilder von Google Earth sind Archivmaterial, manchmal Monate oder Jahre alt. Und je nach Gebiet auch ziemlich ungenau.

Google Earth ist demnach auch ungeeignet, um die verschwundene Boeing zu finden, sagt Tobias Schneiderhahn vom Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Überhaupt gibt es keine Satelliten, die die Suche nach dem Flugzeug einfach machen. Das hat mehrere Gründe:

  • Satelliten nehmen nur Bilder von der Erde auf, wenn man sie anweist, das bei der nächsten Erdumrundung zu tun. Würden sie dauerhaft aufnehmen, würde die Datenmenge so groß, dass die Satelliten sie nicht zur Erde schicken könnten.
  • Satelliten brauchen die Anweisung, wo sie fotografieren sollen. Ist die Anweisung aber nicht detailliert genug, wird die Datenmenge entweder zu groß oder aber die Auflösung so klein, dass mit den Bildern niemand etwas anfangen kann.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat mit seinem eigenen Radar-Satelliten TerraSAR-X nach der verschwundenen Maschine gesucht. Dieser Satellit erfasst kein für den Menschen sichtbares Licht, sondern arbeitet mit Radarwellen, wie sie auch bei der Geschwindigkeitsmessung im Straßenverkehr zum Einsatz kommt. Damit kann der Satellit etwa die Beschaffenheit von Oberflächen analysieren. Gefunden hat TerraSAR-X bisher jedoch nichts.

Totalüberwachung möglich

Tobias Schneiderhahn vom Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt hält eine Rundum-Überwachung per Satelliten zwar theoretisch für möglich, doch fehlten derzeit die praktischen Möglichkeiten. Eine Schnittstelle im Weltall müsste die Daten abgreifen und zur Erde schicken. Und auf der Erde müssten die vielen Daten dann auch noch sinnvoll verarbeitet und verwaltet werden. Außerdem müsste daran auch noch jemand kommerzielles Interesse haben. Bisher werden Bilder als Auftragsarbeit angefertigt, sagt Schneiderhahn.