Das Grillenzirpen am Strand, Meeresrauschen oder die Türklingel beim Brötchenkauf als Kind: Bestimmte Geräusche erinnern uns an besondere Orte und Erlebnisse. Und sie fehlen uns, wenn wir sie nicht mehr hören.

Geräusche sind immer und überall. Viele Sounds nehmen wir daher auch nicht mehr bewusst wahr. Sie fallen uns erst auf, wenn sie nerven. Oder sie fehlen uns, wenn wir uns an einen schönen Moment erinnern, den wir mit diesen Klängen verbinden. Die Schulklingel nach Unterrichtsschluss, die Böller an Silvester und die Sektkorken, die wir an unserem Geburtstag knallen lassen. Wir sehnen uns an diesen Augenblick zurück und vermissen gleichzeitig die Sounds, die wir damit verknüpfen.

Emotional aufgeladene Geräusche hinterlassen stärkere Spuren im Hirn

Selbst Geräusche, die eigentlich nicht schön sind, können wir vermissen: Das Kratzgeräusch des Fressnapfes beispielsweise, wenn das über alles geliebte Haustier ihn beim Fressen über den Boden schiebt. Stirbt der Hund oder die Katze irgendwann, dann denkt man auch an solch banale Geräusche wehmütig zurück.

Die Liebe, die wir zu unserem Haustier empfinden, aktiviert ein bestimmtes Hirnareal, die Amygdala. Sie ist immer aktiv, wenn wir starke Emotionen fühlen: bei Angst oder Erregung. Auch das Quietschen von Autoreifen haben wir im Ohr, vor allem, wenn uns das Auto fast überrollt hätte. Aber wir vermissen dieses Geräusch nicht. Anders geht es da vielleicht einem ehemaligen Rennfahrer, der etwas Positives mit diesem Klang verbindet.

"Wir hatten früher Tauben, die habe ich an Ostern immer glucksen gehört. Wenn ich heute Tauben höre, dann denke ich an Ostern."
Rebecca, Fußgängerin im Park

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