Promis machen Werbung für jeden möglichen Kram. Würden wir uns nur von den Lebensmitteln ernähren, für die Promis jubeln, wäre das eine ziemlich miese Ernährung.

Zuerst kommen Parfum und Kosmetik, dann folgen aber schon Fastfood, Knabberkram und vor allem Softdrinks. Das sind die Lieblingsprodukte von Prominenten. Jedenfalls sind es die Produkte, für die sie Werbung machen. Dazu haben Wissenschaftler der New York University eine Studie veröffentlicht. Das Ergebnis: Fast drei Viertel der prominenten Lebensmittelwerbung drehte sich in den vergangenen Jahren um überzuckerte Softdrinks, nur drei Mal kam Wasser vor.

Beeinflussung durch Werbung

Werbung für Früchte, Gemüse oder Vollkornprodukte gibt es kaum. Nur ein Promi warb immerhin für Pistazien, die als gesund gelten. Als Werbung verstehen Autoren der Studie nicht nur Werbespots im Radio, Fernsehen oder Zeitschriften, sondern auch das Sponsoring von Konzerten, bei denen ein Produkt im Vordergrund steht.

"Das einzige 'Gesunde', was die Forscher gefunden haben, war Werbung für Pistazien. Immerhin eine Nuss, also irgendwie Frucht, aber wer weiß wie gesalzen. Ist jetzt auch nicht gerade Salat."
Britta Wagner, DRadio-Wissen-Reporterin

Die vermeintlichen Lieblingsprodukte der Promis sind in den Augen der Wissenschaftler nährstoffarm. Von den 69 beworbenen Getränken waren 71 Prozent mit Zucker gesüßt. Ganz offensichtlich ist es bei den Softdrinks - und die Liste der Werbepartner ist lang: Pepsi beispielsweise wird von Beyoncé, Britney Spears, Christine Aguilera, Enrique Iglesias, Justin Timberlake, Katy Perry, Mariah Carey, Calvin Harris, Nicki Minaj, One Direction, Shakira und will.i.am. beworben.

"Because celebrities are so visible in society, they serve as role models to young people. So it’s important that they promote healthier products.”
Alysa N. Miller, Wissenschaftlerin an der New York University

Jedes dritte Kind im Alter zwischen sechs und neun Jahren in Europa, wo einige der Produkte aus der Studie ebenfalls verkauft werden, hat Übergewicht oder ist adipös. Das hat eine Studie im Auftrag der United European Gastroenterology festgestellt. Anhand der Untersuchung prognostizieren die Wissenschaftler, dass im Jahr 2025 die Hälfte der Erwachsenen adipös sein und unter den Folgeerkrankungen leiden wird.

Wissenschaftler warnen immer wieder vor den Auswirkungen von Fast Food, Süßigkeiten und zuckerhaltigen Getränken auf die Volksgesundheit. Verschiedene Studien belegen auch den Zusammenhang zwischen Lebensmittelwerbung und Übergewicht bei Kindern.

Mehr über die Untersuchung: