Eigentlich müssten sich Stromanbieter die Hände reiben: Die Sonne strahlt seit Wochen nonstop auf die Solaranlagen. Aber es gibt nur wenige Möglichkeiten, die Energie zu speichern. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt erklärt, warum das so ist und welche Technologien es bei uns gibt.

Das Jahr hat mit viel Wind begonnen, nun folgen Wochen voller Sonnenstunden. Das sollte eigentlich gut für die Betreiber von Solaranlagen sein. In der Realität wissen sie aber gar nicht, wohin mit dem Strom.

"Wenn zu viel Strom am Markt ist, dann gibt es sogar Minuspreise, das heißt, die Betreiber müssen sogar noch Geld zahlen, um ihren Strom loszukriegen."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Denn zu viel Strom auf dem Markt führt zu Minuspreisen. Die Betreiber müssen also zahlen, um ihren Strom ins Netz speisen zu dürfen. Außerdem schwankt die Energiequelle – es gibt also mal besonders viel Sonne, dann weniger. Manche Betreiber müssen ihre Anlagen daher drosseln oder abschalten, weil sie sonst das Stromnetz überlasten würden, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt. 

Batterien und Pumpkraftwerke werden zum Speichern genutzt

Es gibt gerade tagsüber viele Sonnenstrahlen – wir möchten aber auch nachts grünen Strom nutzen. Außerdem scheint die Sonne bei klassischem Wetter nur unregelmäßig. Der Strom muss also gespeichert werden, wenn er nicht direkt ins Netz soll. Aber wie? Oft werden noch alte Speichertechnologien genutzt, sagt Christian. Das sind zum Beispiel klassische Autobatterien oder Pumpspeicherkraftwerke.

"Alte Autobatterien – da denkst du, die bauen da hypermoderne Speicherpaletten hin, aber nein, obwohl dieses Stadion der größte Energiespeicher Europas ist, besteht die Technik aus alten Batterien von E-Autos."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Cruijff Arena in Amsterdam speichert beispielsweise seine Solarenergie mit 600 Batterien – und gilt damit als größter Energiespeicher Europas. Die Technik besteht aus alten Elektroautos, die Batterien laden tagsüber Sonnenenergie. Abends, wenn die Veranstaltungen im Stadion sind und die Sonne weg ist, geben sie die Energie wieder ab. Das Stadion gilt als CO2-neutral.

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Ebenfalls alt und bewährt sind die Pumpspeicherkraftwerke. Wenn zu viel Energie vorhanden ist, wird mithilfe der überschüssigen Energie Wasser einen Berg hochgepumpt. Wird Energie benötigt, lässt man das Wasser wieder den Berg runterfließen. Dabei treibt es Turbinen an, die wiederum Strom erzeugen. Der große Nachteil: Ein Berg wird zwingend benötigt.

Neue Speichertechnologien werden gerade entwickelt

Es gibt auch neue Ansätze, Energiespeicherkugeln zum Beispiel. Forscher vom Fraunhofer Institut IWES in Kassel haben eine Kugel entwickelt, die ungefähr so groß wie ein Einfamilienhaus ist. 

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In der Zukunft sollen Energiespeicherkugeln in Seen versenkt werden, dabei funktionieren sie ähnlich wie ein Pumpspeicherkraftwerk – nur umgekehrt: Wenn zu viel Energie vorhanden ist, wird Wasser in die Kugel am Boden des Gewässers gepumpt. Wenn die Energie wieder benötigt wird, öffnet man ein Ventil mit Dynamo. Das Wasser schießt mit Unterdruck aus der Kugel und der Dynamo erzeugt so Energie.

Projektleiter Christian Dick sagt, dass so eben kein Berg mehr benötigt wird, sondern nur Wassertiefe – damit gibt es geografisch viel mehr Möglichkeiten. Die Energiespeicherkugel wurde bereits getestet und soll bald auch im Meer versenkt werden.

"Man kann dadurch eine Reihe von neuen Standorten nutzen. Weil wir im Gegensatz zu einem konventionellen Pumpspeicherkraftwerk nicht die geografischen Bedingungen brauchen, wo wir einen Berg haben, wo ein oberes und ein unteres Speicherbecken sind."
Christian Dick, Projektleiter Energiespeicherkugel

Neben dieser gibt es noch viele weitere Speichertechnologien, an denen geforscht wird. Aktuell scheint das Konzept des Pumpens aber am besten zu funktionieren, sagt Christian. Die Herausforderung: Bei einem weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien braucht es mehr Möglichkeiten zum Speichern.

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