Deutschland und Norwegen werden mit einem zwölf Zentimeter dicken Stromkabel verbunden. Es wird womöglich den Wechsel auf erneuerbare Energien in Deutschland vorantreiben.

In Deutschland ist innerhalb des Landes der Norden mit dem Süden, der Westen mit dem Osten verbunden - dort laufen große Stromleitungen. Aber auch mit anderen Ländern gibt es einen Austausch. So kann Deutschland zum Beispiel Strom nach Frankreich exportieren, wenn gerade wenig benötigt wird - und umgekehrt.

Norwegen kommt jetzt in diesen Verbund hinzu - mit einem zwölf Zentimeter dicken Hochspannungs-Gleichstrom-Kabel, genannt Nordlink. Norwegen ist deswegen interessant, weil der meiste Strom dort regenerativ erzeugt wird, nämlich durch Wasserkraft.

500-Kilovolt-Stromkabel
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Außerdem schafft Norwegen weitere Möglichkeiten, sagt Kathrin Goldammer vom Reiner-Lemoine-Institut in Berlin: Die verfügbaren Pumpspeicherkraftwerke erlauben es, dass auch Deutschland überschüssigen Strom speichern kann. Mit dem Strom wird Wasser in eine höhere Lage gepumpt. Das schießt bei Bedarf durch Rohre bergab und treibt Turbinen an. Die erzeugen dann wieder Strom.

Gleichstrom benötigt

Für die Übertragung von Norwegen nach Deutschland und umgekehrt müssen an den Küsten fußballfeldgroße Anlagen gebaut werden. Denn durch das Seekabel fließt Gleichstrom. Der muss erst erzeugt werden - über Land fließt der Strom nämlich als Wechselstrom. Die großen Anlagen sorgen dafür.

Über das Kabel können höchstens ein paar Prozent des deutschen Strombedarfs transportiert werden, sagt Kathrin Goldammer. Trotzdem würde es den Wechsel auf erneuerbare Energien in Deutschland befördern.