Was die Zukunft bringt, das würden wir gerne wissen. Und es macht Spaß herumzuspinnen. Das Futurium in Berlin will genau das – über die Zukunft nachdenken, aber auch zeigen, wie sich in der Vergangenheit Menschen ihre Zukunft vorgestellt haben. Am 5. September wurde das Museum in Berlin eröffnet, unser Reporter Nikolaus Bernau war dort.

Die Zukunft wird schön, das verspricht zumindest die Ausstellung im Futurium. Das Zukunftsmuseum in Berlin hat am 5. September eröffnet. Es wird finanziert vom Bundesforschungsministerium, den großen deutschen Forschungsgemeinschaften, der forschende Industrie und von Stiftungen. 58 Millionen Euro hat das Futurium gekostet.

Zukunftsfragen: Nahrung, Energie, Mobilität

Eine der Zukunftsvisionen ist, dass Lebensmittel auch wieder in Städten produziert werden, erzählt unser Reporter Nikolaus Bernau. Eine andere, dass wir viel stärker den öffentlichen Nahverkehr nutzen – der auch noch schnell ist. Außerdem gibt es ausreichend Energie, die nachhaltig produziert wird.

Blick von außen auf das Futurium in Berlin-Mitte.
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Nachdenken und diskutieren über die Zukunft. Das Futurium steht in Berlin-Mitte.

Das Museum besteht in erster Linie aus einer großen Ausstellungshalle mit zahlreichen Objekten und Angeboten, die sich häufig ändern sollen. Die Ausstellung ist in drei sogenannte große Denkräume, zu den Themen Mensch, Natur und Technik, unterteilt. "Die Ausstellung ist super schön gemacht mit vielen Modellen", sagt Nikolaus Bernau.

Blick in die Ausstellungshalle des Futuriums. Die Halle ist teils bis zu 13 Metern hoch.
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Die Ausstellungshalle im neuen Futurium ist teils bis zu 13 Metern hoch. Der Jahresetat für das Museum liegt bei rund 19 Millionen Euro.

Im Futurium geht es auch darum, wie sich die Menschen in der Vergangenheit die Zukunft vorgestellt haben. Und die Menschen stellen sich ihre Zukunft meist sehr schön vor. Diese Vorstellung bricht das Museum, so Nikolaus Bernau, wenn es um den Menschen und soziale Fragen geht.

"Das Museum ist mäßig kritisch. Die Ausstellung stellt dar, was State of the Art ist. Aber man kann hingehen und kommt trotzdem auf neue Ideen."
Nioklaus Bernau, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Denn es geht nicht mehr darum, dass wir alles erreichen können, indem wir einfach so weitermachen, so Nikolaus Bernau. Der Faktor Mensch spiele eine entscheidende Rolle. Dennoch kämen die großen Herausforderungen, wie das Insekten- oder Vogelsterben, zu wenig in der Ausstellung vor.

Zur Ausstellung im Futurium gehört die Installation Noosphäre des kanadischen Künstlers Philip Beesley. Die Installation reagiert mit Klang und Lichtsignalen auf Besucher.
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Die Installation heißt Noosphäre. Sie reagiert auf die Besucher. Nähert man sich, werden Lichtsignale gesendet und der Klang fallender Tropfen ertönt.

Das Futurium wird vom Bund finanziert, aber eben auch von der forschenden Industrie. Deutsche Großkonzerne und Unternehmen wie BASF, Bayer, Siemens oder die Deutsche Telekom Stiftung gehören zum Gesellschafterkreis und zum Aufsichtsrat des Museums. Daran gibt es Kritik. Denn die Frage ist, ob das Museum kritisch genug auf die Großindustrie und zum Beispiel auch auf Gefahren von Zukunftstechnologien blicken kann.