Sextoys, Vibratoren, Reizwäsche, Pornos - alles sehr beliebt, aber Beate Uhse hat es nicht geschafft. Zum Glück gibt es in der Branche ja auch noch ein paar Alternativen.

Beate Rotermund-Uhse war eine echte Pionierin. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie den ersten Sexshop der Welt eröffnet – erst mal natürlich nicht betitelt als Sexshop, sondern als "Institut für Ehehygiene". Und dann wurde Beate Uhse eine der bekanntesten Marken Deutschlands. Heute hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Warum? Es gibt mehrere Gründe. Erstens hat das Internet eine wichtige Säule im Geschäftskonzept untergraben: Früher hat Beate Uhse nämlich viel Geld mit Pornos verdient. Und die können wir uns heute jederzeit und kostenlos im Netz anschauen.

Beate Uhse hat den Einstieg in den Onlinehandel verpasst

Viele Branchenexperten sagen auch, Beate Uhse sei einfach zu spät in den Onlinehandel eingestiegen. Und als das Unternehmen dann schließlich doch die Produkte im Internet angeboten hat, da gab es dann trotzdem keinen vernünftigen Plan.

Und auch die Läden sind vom Look her nicht mehr so richtig zeitgemäß. Deswegen haben viele Leute mittlerweile ein eher schmuddeliges Bild von Beate Uhse - verbunden mit Rotlicht und Bahnhofsviertel.

Die Branche boomt

Der Markt für Sexspielzeug ist groß, aber die Konkurrenz eben auch. Und vor allem gibt es andere Anbieter, bei denen Dildos und Sextoys auf eine viel zeitgemäßere Art angeboten und präsentiert werden. 

Sehr bekannt sind zum Beispiel die Seiten Amorelie.de oder auch Eis.de – das sieht halt schon vom Look ganz anders aus. Oder bei der Fun Factory, die stellen selber Sexspielzeug her. Bei all diesen Seiten ist auffällig, dass sie sich eben nicht - so wie früher - vor allem an Männer richten, sondern auch an Frauen und an Paare. Kristy Stahlberg von der Fun Factory sagt, dass sie ihre Produkte und ihr Marketing speziell so ausgerichtet haben: 

"Das war so der Initialgedanke der Fun Factory, dass Sexspielzeuge auch mal ansprechend sein können für Frauen."
Kristy Stahlberg von der FunFactory

Beate Uhse hat ebenfalls versucht, Paare und junge Frauen als Kunden zu gewinnen – sie haben das Logo femininer gemacht, das Sortiment verändert - aber irgendwie hat es nichts gebracht.

Alternative Anbieter gibt es inzwischen massenhaft. Other Nature zum Beispiel, die sitzen in Berlin und haben da auch einen Laden. Kunden können aber auch alles online bestellen. Und das Besondere ist: die Macherinnen setzen auf umweltfreundliche Produkte. Die Massageöle sind zum Beispiel aus Bioanbau, und die Peitschen sind aus Recyclingmaterial, beispielsweise aus dem Gummi von Fahrradschläuchen.

Other Nature in Berlin richten sich also eher an die umweltbewusste und auch queere Kundschaft. In Köln gibt es ein anderes Konzept, bei "Le Pop Lingerie". In dem Laden gibt es alles von hochwertiger Unterwäsche, Sextoys, Bücher über sexuelle Aufklärung bis hin zu Duftkerzen. Diane-Sophie Durigon ist die Inhaberin. Sie sagt, es gebe "alles, was wir brauchen, um eine gute Zeit mit uns selbst oder mit anderen zu verbringen." Diane nennt ihr Geschäft auch: feministischer Konzeptstore. 

"Und Frauen gewinnen hier im Laden an Selbstbewusstsein - sei es in ihrer Sexualität oder weil sie sich wohlfühlen - in ihrer Haut und in ihrer Unterwäsche."
Diane-Sophie Durigon, Inhaberin von Le Pop Lingerie

Insgesamt tut sich im Moment sehr viel, was das Angebot und den Umgang mit Sextoys und ähnlichen Dingen angeht. In Berlin findet am Wochenende vor Weihnachten zum Beispiel auch der Naughty Xmas Market statt. Da gib es dann Unterwäsche, Spielzeug, aber auch Kunst zum Thema Sexualität, es werden Filme gezeigt von der feministischen Pornoregisseurin Erika Lust und es gibt Eis in Brust oder Penisform – also alles sehr bunt und humorvoll. Daneben wirkt so ein Schaufenster von Beate Uhse inzwischen doch ein bisschen aus der Zeit gefallen. 


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