Der neue fiese Scheiß im Netz heißt: Erpressungssoftware. Die verschlüsselt eure Daten, wichtige Dokumente, eure Masterarbeit oder so, und ihr kommt nicht mehr an sie heran. Außer ihr zahlt ein paar hundert Euro Lösegeld.

Das Prinzip der Erpressungssoftware funktioniert so: Der Trojaner trickst euer Antiviren-Programm aus und verschlüsselt die Daten. Wichtige Adressen, Telefonnummern, Dokumente und so weiter sind dann nicht mehr von euch nutzbar. Wer da seine Daten nicht mit einem Backup gesichert hat, steht vor der Entscheidung: den Verlust hinnehmen oder Lösegeld zahlen.

Wer vertraut schon Kriminellen?

Das Problem: Irgendein krimineller Mensch hat eure Daten verschlüsselt und will Geld für den Entschlüsselungscode. Warum aber solltet ihr dieser Person nun trauen, dass sie tatsächlich den Code liefert und eure Daten wieder freigibt? "Es handelt sich ja eher um eine einmalige Geschäftsbeziehung zwischen Täter und Opfer", stellt DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat nüchtern fest, "da ist also auch kein Anlass, eine Vertrauensbasis aufbauen zu müssen". Andererseits sind die Täter auch nur Menschen.

"Inzwischen kursiert eine Erpressungssoftware mit Kundenservice: Eine Analystin, die 250 Euro zahlen sollte, hat die Gauner darüber angemailt und sogar auf 50 Prozent des ursprünglichen Preises runter gefeilscht.
DRadio-Wissen-Reporter Michael Gessat über Erpressungssoftware

Die Polizei empfiehlt, die Erpressung auf jeden Fall zu melden und nicht zu zahlen: Mit einer Lösegeldzahlung ermutige man die Betrüger schließlich nur. Theoretisch habt ihr dann noch die Chance, dass ein versierter Computer-Fan in eurem Freundeskreis den Code des Trojaners knacken kann. Ansonsten war es das mit euren Daten.

Erpressungssoftware mit menschlichen Zügen

Es gibt übrigens schon einen Fall, in dem es bei dem Hacker gemenschelt hat: Der Programmierer des Trojaners Locker hat via Fernsteuerungsbefehl an seine Schadsoftware alle Daten wieder entschlüsselt - ohne Bezahlung. Dazu gibt es ein Bekennerschreiben - das Ganze sei versehentlich verbreitet worden.

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