Am 12. September stimmt das EU-Parlament erneut über eine Novelle zum Urheberrecht ab. Die umstrittenen Uploadfilter fliegen vielleicht raus. Dennoch könnten Sport-Gifs aus dem Netz verschwinden. Unser Netzreporter Andreas Noll erklärt, warum.

Sport-Gifs sind animierte Grafiken, die von Fans gerne als Kommentar zu verpassten Torchancen oder Missgeschicken gepostet werden. Die Gifs sind kurze Ausschnitte und meistens ziemlich unterhaltsam. Auf jeden Fall sind sie für einige Sportbegeisterte wichtig.

Die Debatte um das Urheberrecht geht weiter

Die EU will das Urheberrecht ändern, dazu gehört ein Leistungsschutzrecht und sogenannte Uploadfilter. Im Juli wurden die Pläne dazu vom EU-Parlament zurückgewiesen. Jetzt wird an einem neuen Entwurf gearbeitet, über den am 12. September abgestimmt wird.

Im Netz wird über die möglichen Neuerungen diskutiert. Es könnte sein, dass die Politik auf die Uploadfilter verzichtet. Doch die Alternative ist aus Sicht der Kritiker nicht besser: Denn die könnte sein, dass User verpflichtet werden, eine Lizenz für Inhalte zu erwerben, bevor sie ihre Gifs auf Youtube und anderen Kanälen posten. Wie Nutzer an so eine Lizenz kommen sollen, ist noch unklar. Auch die Frage, wie das technisch möglich sein soll. 

Kritiker befürchten aber, dass in den Reformplänen drinstehen könnte, dass Plattformen stärker haftbar gemacht werden, wenn zum Beispiel Gifs gepostet werden und die Rechte nicht klar sind. Das könnte dazu führen, dass Plattformen Gifs einfach komplett verbannen, um auf der sicheren Seite zu sein. So könnte ein Stück Netzkultur verschwinden, so die Befürchtung.

Netzaktivisten lehnen die Vorschläge ab

Gegen die Pläne der EU laufen schon seit Monaten Aktionen von Netzaktivisten, zum Beispiel auf Saveyourinternet. Vom 4. bis 11. September läuft dort eine Aktionswoche.

Aber es gibt auch Befürworter: Laut Standard haben sich in Österreich über 1000 Künstler in einem offenen Brief für ein schärferes Urheberrecht ausgesprochen mit Leistungsschutzrecht und Upload-Filtern.

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