Es soll die größte Arktis-Forschungsexpedition aller Zeiten werden: 2019 wird der Eisbrecher "Polarstern" in die Arktis aufbrechen. Eingefroren im Eis soll das Schiff dann samt Besatzung quer durch das Nordpolarmeer driften.

Schon oft wurde in der Arktis geforscht. Bislang besuchen Forscher die Region aber vor allem im arktischen Sommer. Die Expedition, die ein Forscherteam unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) nun vorbereitet, soll aber im arktischen Winter stattfinden - und ein Jahr lang dauern.

Eine spektakuläre Forschungsreise

Die Forscher wollen das arktische Klima umfassend untersuchen, sagt AWI-Direktorin Antje Boetius - denn vermutlich spielt es eine wichtige Rolle für unser Klima auf der ganzen Welt.

"Was ist eigentlich los in der Arktis? Sie erwärmt sich schneller als alle anderen Bereiche der Erde, und wir haben sie im Verdacht, erheblich zu den Wetterextremen unserer Zeit beizutragen."
Antje Boetius, Direktorin des AWI bei NDR Info

Um ihre Daten zu sammeln, lassen sich die Forscher mit ihrem Forschungsschiff im nördlichen Eis einfrieren. Mit der Drift (die dynamische Bewegung des Meereises in eine Hauptrichtung), so der Plan, durchqueren sie dann die zentrale Arktis.

Insgesamt 600 Menschen aus 17 Ländern nehmen an der Expedition teil. Versorgt werden sollen die Forscher von vier weiteren Eisbrechern und Flugzeugen. Auch Helikopter, Raupenfahrzeuge und Schneemobile sollen zum Einsatz kommen. Die Expedition wird insgesamt mehr als 60 Millionen Euro kosten.

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Niemand weiß, welche Route das Schiff bei seiner Drift genau nehmen wird. Die Forscher selbst können das nur ungefähr voraussagen. Wenn alles klappt, dann kommt die Polarstern im Jahr 2020 zwischen Spitzbergen und Grönland wieder aus dem Eis heraus, so die Pläne. Bei besonderen Fällen könnte sich das Expeditionsschiff auch selbst wieder aus dem Eis befreien, sagte Antje Boetius, Direktorin des AWI.

Auf den Spuren von Friedtjof Nansen

Das Wissen, dass eine solche Drift im arktischen Winter überhaupt möglich ist, verdanken die Forscher dem norwegische Polarforscher Friedtjof Nansen: Vor 125 Jahren brach der mit seinem Segelschiff "Fram" zur ersten Drift-Expedition dieser Art auf. Von 1893 bis 1896 war sein Schiff im Eis eingeschlossen. Den Nordpol querte Nansen zwar nicht, kam aber sehr nah dran und gilt bis heute als Pionier der Polarforschung.

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