Kernfusion verspricht massenhaft Energie ohne Emissionen. Die Hoffnung: eine unerschöpfliche Energiequelle für die Zukunft. Forschende in den USA haben nun erstmals mehr Energie durch einen Fusionsvorgang gewonnen, als sie zuvor mit einem Laser aufwenden mussten.

Beobachter*innen sprechen von "historischem Fortschritt", einem "wegweisenden Experiment" oder auch einem "bedeutenden wissenschaftlichen Durchbruch". Große Worte - tatsächlich könnte Kernfusion eine wichtige Energiequelle der Zukunft werden. Auf dem Weg dahin scheint nun ein wichtiger Schritt gelungen zu sein – allerdings ist dieser Weg noch weit.

Kernfusion: Energie gewinnen ohne Emmissionen

Was ist passiert? Forschende in den USA melden, dass sie es erstmals geschafft haben, bei einer experimentellen Kernfusion mehr Energie zu gewinnen, als zu verbrauchen. Theoretisch sind Fusionsreaktoren die perfekte Art, elektrischen Strom zu erzeugen: keine Emissionen und mit Wasserstoff wird nur ein quasi unbegrenzt verfügbarer Brennstoff benötigt.

Der Versuch gelang an der National Ignition Facility, einem Forschungsreaktor, der zu einem Militärforschungslabor gehört, dem staatlichen Lawrence Livermore National Laboratory.

"In dieser Anlage in Kalifornien wird Laserfusion angewendet, da nutzen die Forschenden die leistungsfähigste Laseranlage."
Anne Preger, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Anne Preger aus der Deutschlandfunk-Nova-Nachrichtenredaktion erklärt die Kernfusion in einfachen Worten so: Es geht darum, kleine Atomkerne miteinander zu verschmelzen und zwar die Kerne von Wasserstoff. Die werden dabei zu Helium.

Um das zu erreichen, muss viel Energie aufgewendet werden. Wenn es klappt, lasse sich allerdings umso mehr gewinnen. Anne Preger sagt: "Solche Prozesse finden unter anderem in unserer Sonne statt. Sie sind letztlich auch die Grundlage von allem Leben hier bei uns auf der Erde."

Energieausbeute noch unbefriedigend

Zwar werde auch in Atomkraftwerken Energie aus Atomen herausgeholt. Während dort aber sehr große Atomkerne gespalten werden, und dabei Energie frei wird, werden bei der Kernfusion kleine Atomkerne miteinander verschmolzen.

Von einem Verfahren zur Energiegewinnung sind die Experimente zur Kernfusion noch weit entfernt, sagt Anne Preger. Unter anderem müsse die Energieausbeute noch deutlich besser werden.

"Wissenschaftlich betrachtet, ist das jetzt ein wichtiger Erfolg – auch wenn der Weg noch weit ist."
Anne Preger, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten
  • Moderation:  Markus Dichmann
  • Gesprächspartnerin:  Anne Preger, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten