Bewaffnete Roboter könnten Soldaten ersetzen. Sollten wir sie dann auch mit der Lizenz zum Töten ausstatten?

Für Science-Fiction-Fans sind Roboter, die Menschen töten, völlig normal und gehören zum festen Repertoire. Neu ist aber, dass ernsthaft Politiker darüber nachdenken, ob Roboter entscheiden dürfen, ob sie töten.

Die Friedensnobelpreisträgerin Jody Williams will diese "Killer-Roboter" stoppen - gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch und anderen Organisationen wie dem Internationalen Komitee zur Kontrolle von Roboterwaffen. Zusammen haben sie einen Aufruf für ein Verbot von Roboterwaffen unterzeichnet.

"Ich versuche mir das vorstellen: Menschen, die irgendwo in Räumen zusammensitzen, um darüber nachzudenken, wie man andere Menschen effizienter töten kann, während wir unsere eigenen Soldaten zuhause lassen."
Jody Williams, Friedensnobelpreisträgerin

Die Diskussion wird aber nicht über die schon im Einsatz befindlichen Drohnen und Bodenroboter geführt. Es geht um eine neue Robotergattung, die bewaffnet ist und in der Lage zu entscheiden, wann geschossen wird. Der Science-Fiction-Autor Daniel Suarez glaubt, dass Roboter schon längst selbstständig geschossen haben. Für ihn gibt es keinen technischen Grund, der dagegen sprechen würde.

Komplexe Abwägung über Freund und Feind

Roboter-Ingenieure sehen das komplexer: Technisch sind Killer-Roboter möglich, aber er muss auch zwischen Zivilisten und feindlichen Kämpfern unterscheiden können, das Völkerrecht und die Genfer Konferenz beachten und die Gewalt angemessen einsetzen. Zu solch komplexen Abwägungsschritten sind Roboter noch nicht in der Lage.

Sobald die Roboter ihren menschlichen Kämpfern überlegen sind, sieht der Ingenieur Ronald Arkin die moralische Verpflichtung, sie im Kampf einzusetzen und so die Anzahl ziviler Opfer zu reduzieren. Jody Williams bleibt kategorisch: Maschinen dürfen nicht über Tod und Leben entscheiden. Sie nennt die Demonstrationen auf dem Tahir-Platz zu Beginn des Arabischen Frühlings in Ägypten. Die Soldaten haben damals nicht auf die Demonstranten geschossen. Die Waffen-Roboter, da ist sie sich sicher, hätten es getan.

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