Facebook dreht weiter am Newsfeed und hat jetzt eine Qualitätsoffensive gestartet. Dabei setzt das Unternehmen auf Menschen statt Algorithmen. In Zukunft sollen Mitarbeiter und ausgewählte Nutzer mit Noten bewerten, ob ein Post relevant ist oder nicht.

Es ist die inzwischen dritte Änderung am Newsfeed innerhalb kürzester Zeit. Gerade erst wurde den Beiträgen von Familien und Freunden mehr Gewicht gegeben, außerdem hatte Facebook dem Clickbating den Kampf angesagt. Jetzt soll es eine Neubewertung der Nachrichten geben, schreibt das Unternehmen in einem Blogpost.

Beim "Feed Quality Program" wird aber nicht auf einen Algorithmus gesetzt, sondern auf menschliche Fähigkeiten. Für Posts mit besonders hohem Nachrichtengehalt gibt es bis zu fünf Punkte. Ist eine Meldung als wirklich informativ bewertet worden, wird sie auch allen anderen Nutzern von Facebook in den Newsfeed gespült. Hier kommt dann allerdings wieder ein Algorithmus ins Spiel, schreibt das Blog Mashable. Der rechnet die Userpräferenzen der Testnutzer als Modell für alle anderen Nutzer hoch.

Kein Mittel gegen die Filterblase

Um herauszufinden, welche Posts die Nutzer für besonders informativ halten, hat Facebook eigene Untersuchungen durchgeführt und folgende Kriterien ausgemacht:

Facebook-Nutzer halten Posts für besonders informativ, wenn:

  • sie in Verbindung mit ihren Interessen stehen
  • sie Menschen zu größeren Diskussionen veranlassen
  • sie Nachrichten über die "Welt um sie herum" enthalten

Vor allem der erste Punkt dürfte nicht dazu führen, dass Nutzer jetzt ihre Filterblase verlassen. Anbieter von Clickbait- oder Hoax-Nachrichten werden es aber schwerer haben, weil ihre Posts eher schlecht bewertet werden dürften.