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Facebook hat in Deutschland jetzt auch einen Nachrichtenkanal. Bei dem neuen Angebot machen alle mit, die Rang und Namen haben: von der Bild, über Regionalzeitungen bis zum Spiegel und der Zeit.

In den USA und Großbritannien gibt es das schon einige Monate: Facebook News, ein Feed mit ausschließlich journalistischen Inhalten. Die kommen von Zeitungen, Verlagen und Medienunternehmen. In Deutschland machen auf Anhieb 35 Verlage und mehr als hundert Medienmarken mit.

Facebook und die Verlage hoffen, von dem Feature zu profitieren

Das Feature funktioniert wie der ganz normale Facebook-Feed, nur dass da keine Tiervideos, Gruppenposts oder Wohnungsgesuche angezeigt werden, sondern Artikel diverser Zeitungen und Verlage.

Wie man es von Facebook kennt, ist die Anzeige personalisiert, bietet jedem Nutzer und jeder Nutzerin andere Inhalte an – je nachdem, wie einen der Algorithmus einschätzt. Daneben leistet sich Facebook aber auch ein Team aus Journalisten, die die Inhalte auswählen.

"Der Nachrichtenfeed ist eine Mischung aus Politik, Sport und Unterhaltung. Und natürlich werden hier Nachrichten angezeigt, von denen Facebook glaubt, dass die mich ganz persönlich interessieren."
Christoph Sterz, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Facebook will vertrauenswürdige Plattform sein

Wirklich neu ist das Konzept nicht, im Grunde kennt man all so was von Nachrichten-Apps. Für Facebook ist das Feature aber ein wichtiger Strategiewechsel.

Neben dem Versuch, als Plattform relevant zu bleiben, geht es im Einzelnen auch darum, die User durch dieses Tool länger bei Facebook zu halten oder sogar verlorene Nutzer wiederzugewinnen.

In Deutschland hat Facebook rund 30 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Laut einer ARD-ZDF-Onlinestudie nutzen 44 Prozent der 14- bis 29-Jährigen die Plattform mindestens einmal pro Woche.

Die Verlage zeigen sich der Facebook-Kooperation gegenüber offen. Dadurch bekommen sie Reichweite und Geld von Facebook.

Fraglich, ob Kooperation dauerhaft positiv für Verlage ist

Ingo Dachwitz, Redakteur bei Netzpolitik.org, sieht dem neuen Feature mit Skepsis entgegen. Am Ende, meint er, würde Facebook am längeren Hebel sitzen. Als erste Hinweise dafür können die relativ kurzen Kündigungsfristen für die Kooperationen gesehen werden.

"Da treffen sich zwei Partner nicht auf Augenhöhe. Es ist ja nicht so, als ob man gleichberechtigt verhandeln würde, sondern im Endeffekt wird Facebook die Bedingungen diktieren."
Ingo Dachwitz, Redakteur bei Netzpolitik.org

Von den Verlagen kommen bis jetzt zumindest noch keine Klagen.

Wie viel Geld ihnen Facebook für die Bereitstellung der Artikel zahlt, ist nicht bekannt.