Im Datenskandal um Facebook und Cambridge Analytica sind weit mehr Nutzer betroffen. Statt 50 Millionen sind es inzwischen 87 Millionen - mehr als 300.000 davon aus Deutschland.

Die neuen Zahlen stehen im allerletzten Absatz einer langen Pressemitteilung, die Facebook in der Nacht zum 04. April 2018 veröffentlicht hat. Das sieht nicht gerade nach einer Flucht nach vorne aus, was die Offenlegung der Zahlen angeht. 

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg selber ist dafür aktuell auf Entschuldigungstour. In einer gut einstündigen Telefonkonferenz mit Journalisten aus aller Welt hat Zuckerberg die Verantwortung für den Datenskandal übernommen und zugegeben, dass es sein Fehler gewesen sei. Trotzdem sieht er sich nach wie vor als den richtigen Mann an der Spitze des Unternehmens.

"Wenn man so etwas wie Facebook aufbaut, das weltweit beispiellos ist, dann gibt es Dinge, die man zwangsläufig auch mal in den Sand setzt."
Mark Zuckerberg in der Telefonkonferenz mit Journalisten

Facebook will Nutzerdaten besser schützen

Zuckerberg hat angekündigt, Nutzerdaten in Zukunft besser schützen zu wollen. Dafür soll vor allem die Suchfunktion geändert werden. Nutzer sollen danach nicht mehr über ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer gefunden werden können. Über diese Informationen lassen sich nämlich weitere Daten finden wie Wohnort, das Profilfoto oder der Arbeitgeber. Und das im Zweifel auch, ohne überhaupt ein Facebook-Profil zu haben.

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Auch die Schnittstellen von Apps sollen überprüft werden und nicht mehr so ohne weiteres an Nutzerdaten gelangen können. Über so eine Schnittstelle ist auch Cambridge Analytica über Umwege an einen Grundstock an Daten gelangt.

Zusätzlich hat das Unternehmen auch versprochen, in Sachen Datenschutz und Nutzungsbedingungen transparenter zu werden. Das ist allerdings keine direkte Reaktion auf den Datenskandal. Vielmehr werden damit Vorgaben umgesetzt, die das neue EU-Datenschutzgesetz ab Mai vorschreibt. Diese schreiben Plattformen zum Beispiel vor, die Daten eines Nutzers komplett zu löschen, wenn er das will. Er darf sie aber auch komplett herunterladen und dann zu einem anderen Unternehmen mitnehmen.

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