In vielen Großstädten kann Radfahren ziemlich gefährlich sein: Kaputte Radwege, Baustellen, Falschparker. Nervt gewaltig. Aber: Mit Apps könnt ihr als Radler Behinderungen melden.

Gerade gestern ist es Deutschlandfunk-Nova-Fahrradreporter Paulus Müller wieder passiert: der Radweg war zugeparkt. Doch anstatt auszuweichen und zu fluchen, hat er etwas Neues ausprobiert: Anhalten, Smartphone raus und mit der App WegeHeld ein Foto machen, den Ort in einer Karte markieren und hochladen. 

WegeHeld

In einer interaktiven Karte kann jeder Nutzer die Behinderung sehen. Und Paulus' Foto wird automatisch getwittert. Der Falschparker wird also an den Online-Pranger gehängt. Und gleichzeitig bekommt das Ordnungsamt eine Mail mit der Info, wo der Falschparker steht. 

Ob das Ordnungsamt einer Meldung nachgeht, ist bei WegeHeld aber nicht nachvollziehbar. Fundierten Meldungen, bei denen alle Daten mit Namen und Adresse des Zeugen vorliegen, müssen die Behörden aber nachgehen. Hinter der App steht der Fahrradaktivist Heinrich Strößenreuther, der damit das Verhalten der Autofahrer ändern will. 

"De facto sind viel zu viele Autofahrer da, die sagen, ich stell mich irgendwo hin, egal, ob es jemanden behindert - ich werde ja sowieso nicht erwischt. Und genau da müssen wir ran."

RADar

Die App RADar funktioniert fast wie WegeHeld, ist aber ein bisschen umständlicher, findet Deutschlandfunk Nova-Fahrradreporter Paulus Müller. Jede Art von Behinderung auf den Radwegen können wir dort melden: falschen Beschilderung, kaputte Radwegen, schlechte Wegführung, Unfallschwerpunkte. 

"Die Apps helfen auf jeden Fall, die Wut loszuwerden, über Falschparker und Co. Man kann sich wehren."
Paulus Müller, Deutschlandfunk Nova

Die Meldungen gehen direkt an die jeweilige Kommune. In Köln sind seit dem Start im Juni 1800 Meldungen eingegangen. Im Netz beschweren sich die User allerdings, dass es zu lange dauert, bis zum Beispiel ein Schlagloch ausgebessert wird.

Paulus Fazit: WegeHeld bläst die Wut weg. Und RADar hat großes Potential, aber die Macher müssen noch ordentlich dran arbeiten, bis es wirklich funktioniert. Ganz wichtig aber: Wenn akut Gefahr besteht, weil Radfahrer  wegen Falschparkern auf die Straße ausweichen müssen, dann besser die 110 anrufen.

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