Der ADFC hat Fahrradfahrer gefragt, wie zufrieden sie sind. Ergebnis: selten zufrieden. 2018 bekamen die deutschen Städte eine Durchschnitts-Schulnote von 3,9. Größter Kritikpunkt: das Unsicherheitsgefühl.

Der ADFC Fahrradklimatest ist das Zufriedenheitsbarometer der Radfahrer in Deutschland. Gefragt wird ganz simpel, wie zufrieden die Fahrradfahrer bei sich in der Stadt sind. Das alarmierende Ergebnis: Die Radfahrenden werden immer unzufriedener.

Radfahrer in Deutschland fühlen sich immer unsicherer

Im Durchschnitt vergaben Radfahrer die Schulnote 3,9. Das ist noch schlechter als bei der letzten Umfrage vor zwei Jahren, da lag die Durchschnittsnote bei 3,8. Und im Jahr 2014 war es noch eine 3,7. Die Umfrage des Allgemeinen deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist zwar nicht repräsentativ, sie gilt aber als Stimmungsbarometer. Und die Stimmung unter den Fahrradfahrern in Deutschland sei schlecht, sagt Sabrina Loi, die sich die Ergebnisse für Deutschlandfunk Nova angeschaut hat.

"In Punkto Sicherheitsempfinden gab's nur noch die Gesamtnote 4,2."
Sabrina Loi, Deutschlandfunk Nova

Laut Umfrage sind die Fahrradfahrenden vor allem frustriert darüber, wie lasch die Städte mit Falschparkern umgehen, sagt Sabrina Loi. Vor allem, wenn Radwege zugeparkt werden, sei es gefährlich, weil die Radfahrer dann um die Autos herum fahren müssen und sich gegebenenfalls in Gefahr begeben.

Mehrheit will bessere Trennung von Rad- und Autoverkehr

Ein anderer Kritikpunkt sind die zu schmalen Radwege. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen wichtig wäre, besser vom Autoverkehr getrennt zu sein. Laut ADFC ist genau das das Problem, warum der Radverkehr in Deutschland nicht zunehme: das Unsicherheitsgefühl und die Unzufriedenheit mit der Infrastruktur.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat heute gemeinsam mit dem ADFC die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands ausgezeichnet. Angesichts des insgesamt eher schlechten Ergebnisses des Tests fragen sich allerdings viele Menschen auf Social-Media-Plattformen, was genau es an der Situation schönzureden gebe. Egal in welcher Kategorie - die besten Städte, die von Verkehrsminister Andreas Scheuer ausgezeichnet wurden, haben alle die Schulnote drei vor dem Komma.

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Karlsruhe am fahrradfreundlichsten

Obwohl Münster als DIE Fahrradstadt Deutschlands gilt, hat sie ihren angestammten Platz eins in der Umfrage verloren und belegt jetzt den zweiten Platz. Spitzenreiter bei den Städten zwischen 200.000 bis 500.000 Einwohnern ist Karlsruhe. Die Fahrradfahrer in Münster hatten kritisiert, dass in letzter Zeit zu wenig getan wurde, um das Radfahren zu verbessern, sagt Sabrina Loi. Außerdem gebe es zu wenig Abstellmöglichkeiten und die Räder würden oft geklaut.

Bei den Städten mit 100.000 bis 200.000 Einwohnern liegt Göttingen auf Platz eins. Bei Großstädten mit über 500.000 Einwohnern ist Bremen der Spitzenreiter.

Das Ranking aller 683 bewerteten Städte lässt sich auf einer interaktiven Karte anschauen. Schlecht abgeschnitten haben zum Beispiel Köln, Remscheid und Lüdenscheid. Berlin und Wiesbaden haben zwar auch nicht so gute Bewertungen bekommen, gehören aber zu den Städten, die aufgeholt haben - also wo die Leute das Gefühl haben, dass etwas für Fahrradfahrer getan wird.