Paula ist ein Faultier – und 50 Jahre alt. Ein Rekord! Paula ist damit das älteste Faultier der Welt. Aber es gibt Tiere, die werden noch viel, viel älter: Wale, Haie oder Quallen etwa. Eines davon ist sogar unsterblich.

In freier Wildbahn werden Faultiere ungefähr 15 bis 30 Jahre alt. Paula hängt nun aber schon seit über 50 Jahren im Baum. Der Grund dafür: Sie lebt in Gefangenschaft – im Bergzoo Halle – und wird offensichtlich gut gepflegt.

Faultiere haben einen extrem niedrigen Stoffwechsel, wie Faultierpfleger Sascha Tütsch erklärt: Der Puls geht langsam und die Verdauung auch. "Sie können ihren Urin und Kot sieben bis neun Tage speichern", sagt der Tierpfleger. Weil sie auch ansonsten recht viel rumhängen, schlafen und alles ganz langsam angehen, können sie recht alt werden.

Grönlandwal kann über 200 Jahre alt werden

Doch das ist noch nichts im Vergleich zu anderen Tieren. Bei den Säugetieren beispielsweise haben die Grönlandwale in Sachen Lebenserwartung die Nase vorn. Beim ältesten jemals gefangenen Exemplar wurde eine Gewebeprobe entnommen und von Mikrobiologen untersucht. Und dabei kam heraus: Das Tier wurde 211 Jahre alt.

"211 Jahre! Wenn der Grönlandwal heute gefangen worden wäre, dann wäre er also Jahrgang 1808!"
Martin Krinner, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Der Grönland-Wal ist aber ein echter Jungspund im Vergleich zum Grönlandhai: Wissenschaftler aus Dänemark haben 2016 mehrere Grönland-Haie untersucht und festgestellt, dass das älteste Exemplar knapp 400 Jahre alt geworden ist.

Heino Fock vom Thünen-Institut für Seefischerei sagt, es erfüllt ihn mit Demut, wenn er einen Grönlandhai fängt: "Wenn wir das Tier im Fang haben, dann ist das auch für uns Naturwissenschaftler immer wieder ein Erlebnis der Demut. Dass wir hier Dinge haben, die wir nicht so ohne Weiteres erklären können."

Der Grönlandhai ist allerdings noch immer nicht das langlebigste Tier der Welt. Er wird getoppt von einem Riesenschwamm, der mehr als 10.000 Jahre alt werden kann: Er hat den wissenschaftlichen Namen Scolymastra joubini, wie Deutschlandfunk-Nova-Biologe Mario Ludwig erklärt.

"Dieses hohe Alter hat man anhand seines Sauerstoffverbrauchs bestimmt, weil Schwämme ja anders als Bäume keine Jahresringe haben, wo man drauf gucken kann."
Mario Ludwig, Deutschlandfunk-Nova-Biologe

Der Schwamm wird etwa zwei Meter groß, hat eine vasenartige Form. Und er lebt auf dem Meeresboden in der Antarktis. Sein Alter hat man durch seinen Sauerstoffverbrauch bestimmt.

Eine winzige Qualle überlebt uns alle

Der absolute Spitzenreiter unter den ältesten Tieren der Welt ist aber eine nur rund drei bis vier Millimeter große Qualle mit dem Namen Turritopsis dohrnii. Sie lebt im Mittelmeer und ist quasi unsterblich - sofern sie nicht gefressen oder an Land gespült wird.

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Italienische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Leben diese Qualle weiter und weiter und weiter geht. Denn sie hat einen Supertrick auf Lager: "Wenn die in die Jahre kommt, und ihre Zellen werden so langsam alt und können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen, dann machen die einfach eine spezielle Verjüngungskur", sagt Mario Ludwig. Die Qualle sinkt ab auf den Meeresboden und verjüngt sich von selbst. Ihre Zellen regenerieren sich - so dass aus der "alten" Qualle wieder eine "junge" Qualle wird.