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Es gibt diese Menschen, die uns auch noch den schönsten Tag mit ihrer Laune kaputtmachen können. Sie sind negativ, kritisieren ständig und beeinflussen damit nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch unseres. Wie wir solcher Negativität entgegentreten können - oder sie bei uns selbst überwinden - besprechen wir in dieser Ab 21.

Die Welt war für Laura kein Ort, an dem schöne oder positive Dinge passieren, vieles hat sie früher nur negativ gesehen. "Ich bin mit sehr vielen Intrigen aufgewachsen, sodass ich das Vertrauen in Menschen verloren hatte." Als ihr Freund wegen ihrer Negativität Schluss mit ihr machen möchte, beginnt sie eine Therapie. Wie sie es geschafft hat, sich heute als positive Person bezeichnen zu können, erzählt sie uns im Podcast.

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Negativität am Arbeitsplatz darf kein Dauerzustand sein

Negative Strukturen können auch im Job eine Belastung sein. Tara Wittwer hat damit einige Erfahrungen gemacht - etwa in einem Start-Up, wo es merkwürdig zuging: Für eine gute Gesundheit erhielten die Mitarbeitenden dort kostenloses Obst und Wasser. Im Gegensatz dazu gehörten Überstunden zur Tagesordnung – sie wurden sogar glorifiziert, erinnert sich Tara.

"Mir ging es mental schlecht, und zwar jeden Morgen, wenn ich dort hinmusste. Meine Arbeitskraft wurde nämlich nicht wertgeschätzt." Daraus hat sie ihre Konsequenzen gezogen und gekündigt, heute ist Tara Autorin und Coach für toxische Beziehungen und Strukturen am Arbeitsplatz.

"Ich finde, dass Kommunikation ein Schlüssel ist, der auch genutzt werden sollte."
Tara Wittwer, Autorin und Coach

Ihr erster Tipp für weniger Negativität am Arbeitsplatz: Sprecht mit den Leuten über eure Bedürfnisse und holt euch Hilfe vom Betriebsrat oder anderen Instanzen.

Negativen Gedanken nur begrenzt Raum geben, um zufriedener zu sein

Es gibt diese Menschen in unserem Umfeld, die eher kritisieren, meckern und negativ sind, egal worum es geht. Im ersten Moment haben wir vielleicht Verständnis dafür, aber irgendwann kann es auch nerven. Psychologin Carolin Müller rät, das Problem direkt anzusprechen: "Da könnte man sagen: Wenn wir so viel über Negatives sprechen, fühlt sich das für mich nicht gut an. Können wir nicht unseren Gesprächen auch Raum geben, um über schön Dinge zu sprechen?"

So signalisieren wir, dass wir zuhören und über Probleme sprechen können, aber auch Grenzen haben - damit andere Leute nicht eine große Portion Negativität auf uns abwälzen können.

"Es gibt Leute, die nur alles loswerden wollen, und am Ende sitzt man selbst da und hat ein negatives Gefühl, weil uns die Energie entzogen wurde."
Carolin Müller, Psychologin

Menschen, die zur Negativität neigen, empfiehlt Carolin Müller, sich bewusst zu machen, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt: "Wir müssen erkennen, dass unsere Gedanken und das viele Negative gar nicht so viel mit der Welt zu tun haben." Es könne auch helfen, sich selbst eine Grenze zu setzen und die Gedanken nicht in jeden Lebensbereich mitzunehmen: "Es ist die Frage, wie viel Raum ich der Negativität in meinem Leben gebe."

"Mein Kopf redet die ganze Zeit auf mich ein, aber ich muss ja nicht alles glauben, was er sagt."
Carolin Müller, Psychologin

Wissenswertes über Negativität

  • Der Negativitätseffekt ist ein sozialpsychologisches Phänomen und beschreibt, dass sich negative Gedanken, Gefühle oder Erlebnisse psychisch stärker auswirken, als positive oder neutrale, auch wenn sie in der gleichen Intensität vorkommen. Wir geben dann zum Beispiel einem negativen Kommentar in einer Unterhaltung viel mehr Raum und Bedeutung als vier positiven.
  • Wir haben über 60.000 einzelne Gedanken pro Tag, allerdings sind nur drei Prozent davon positiv.
  • Unser Gehirn fokussiere sich eher auf Probleme als auf Genuss. Das habe damit zu tun, dass in der Natur schneller auf Gefahren als auf Freuden reagiert werden müsse – früher ging es dabei schließlich ums Überleben.
  • Aus dem gleichen Grund überwiegen auch die negativen Gefühle in den sechs Grundemotionen Neugier, Ärger, Angst, Ekel, Freude und Trauer, die normalerweise in der Psychologie genannt werden.