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Am Wochenende will die FDP ihr Wahlprogramm verabschieden. Titel: Nie gab es mehr zu tun. Neuerdings freuen sich die Liberalen über zweistellige Umfragewerte und wir fragen uns – ist es nach wie vor eine Partei der Besserverdienenden, oder ist sie auch für junge Menschen interessant? Und wenn ja, warum? Antworten darauf gibt uns die stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen Laura Schieritz.

Mit 23 Jahren hat Laura Schieritz schon eine ganz schöne Karriere hingelegt: Sie ist unter anderem stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen. Seit einem Jahr ist sie berufstätig und hat schon ihr erstes Tränchen verdrückt, als sie auf den Gehaltszettel geschaut hat und gesehen hat, wie viele Abgaben sie zahlen muss.

Steuersenkung ist einer der Punkte, den die Liberale anführt, wenn man sie fragt, warum die FDP aus Wählerinnen-Sicht interessant ist. Zwar seien Sozialabgaben richtig und wichtig, aber gerade mit Blick auf die Rente, die sie für ein System hält, das nicht zukunftsfähig ist, glaubt sie, seien die Liberalen mit der Forderung nach Steuersenkungen für junge Menschen eine Option.

"Das fließt in ein System, das überhaupt nicht zukunftsfähig ist und wo für mich am Ende wahrscheinlich wenig übrig bleibt."
Laura Schieritz, FDP

Eine Partei für Aufsteigerinnen und Aufsteiger

Laura Schieritz macht aber auch die Zielgruppe klar: Die FDP sei eine Partei für Aufsteigerinnen und Aufsteiger, sagt sie – und findet, genauso wie der Parteivorsitzende Christian Lindner, dass der Staat nicht allzu sehr in das Leben der Bürgerinnen und Bürger eingreifen solle. Zumindest weniger, als er es derzeit tue. Gerade in der Pandemie.

Eigenes Engagement und eigene Leistung

Die FDP werde nicht alles egalisieren, damit möglichst alle gleich viel haben, so Laura Schieritz. Eigenes Engagement und eigene Leistungen, zum Beispiel wenn jemand einen guten Bildungsabschluss hat, sollen belohnt werden, sagt die Politikerin.

"Die FDP setzt nicht alles daran – wenn man dann einen guten Bildungsabschluss hat – alles zu egalisieren, damit alle möglichst gleich viel haben."
Laura Schieritz, FDP

Liberaler Feminismus

Die FDP hat einen viel niedrigeren Frauen- als Männeranteil. Dieses Problem sei der Partei bewusst und sie damit auch nicht zufrieden, gibt Laura Schieritz zu. Natürlich gehe die Partei davon aus, dass Frauen genau so politisch interessiert sind wie Männer und die FDP ein genau so gutes Angebot für Frauen habe.

Die Werte der Partei, wie zum Beispiel Freiheit und Selbstbestimmung seien wichtig für Frauen und letztendlich auch feministische Werte, meint Laura Schieritz. Auf dem Parteitag am Wochenende würde die FDP sich sehr wahrscheinlich auch zum liberalen Feminismus bekennen, sagt die Politikerin.

"Ich glaube Politik ist im Allgemeinen noch sehr männlich geprägt."
Laura Schieritz, stellvertretende Bundestagsvorsitzende der jungen Liberalen

Laura Schieritz glaubt, dass es wichtig ist, dass es Frauen gibt, die in der Politik vorangehen. Als Vorbildfunktion können sie auch andere junge Frauen ermutigen, sich mehr einzubringen. In ihrer Partei wurden ihr aufgrund ihres Geschlechtes nie Steine in den Weg gelegt, sagt sie.

Frauenquoten, sei es in einer Doppelspitze oder auf Listen für die Bundestagswahl, würden allerdings nur Symptome und nicht die Ursachen bekämpfen. Ziel der Partei müsse eine möglichst ausgewogene Anzahl von Männern und Frauen in der Mitgliedschaft sein. Das Problem in den Führungspositionen erledige sich dann ganz von alleine, glaubt sie.